Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 16 (1860)
- Issue
- 7-8 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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136 Dach führte, von wo man eine herrliche Aussicht auf das Thal hatte. Fast unmittelbar bevor wir das Ende der Treppe erreichten, kamen wir zu einer kleinen Thür zur Linken, welche in eine kleine Stube führte von Waaren und Sachen verschiedener Art, die zum größten Theile zerrissen und zerstört waren. Hier war es, wo der Jude, wie er uns erzählte, seine Frau und Familie versteckt hatte, die Frau noch im Wochenbette, indem er gehofft hatte, daß die Thür nicht bemerkt werden würde. Aber die Mauren bemerkten sie und setzten ihm das Messer an die Kehle, als er zögerte sie zu öffnen. Sie würden ihn getöbtet haben, sagte er, wenn er sich nicht in dem Augenblicke, als der Streich geführt wurde, gebückt hätte, um den Saum des Kleides des Mörders zu küssen; diese Plötzliche Bewegung aber machte, daß der Streich über ihn wegging. „Ich sagte ihnen, fuhr er fort, daß meine Frau krank und meine Kinder noch sehr jung wären, aber sie wollten nicht auf mich hören und" — ein heftiges Schluchzen unterbrach seine Stimme. Es würde grausam gewesen sein, wenn wir auf der weitern Erzählung der Einzelheiten bestanden hätten. Wir thun nicht unrecht, wenn wir annchmen, daß es kein erdenkliches Verbrechen giebt, welches die Mauren nicht in dem Judenviertel zu Tetüan während der dreißig Stunden, in denen sie daselbst ihre Saturnalien hielten, vollbracht hätten. Wir haben wohl nicht nöthig, nur noch ein Wort hinzuzufügen, um das Bild der Leiben und Schrecknisse zu vervollständigen, denen die armen Juden in muhamedanischen Ländern, oder da, wo kein lebendiges Christenthum ist, ausgesetzt und unterworfen sind; es tritt uns ja dies Bild im Vorstehenden klar genug vor die Seele. Auch haben wir öfters schon Gelegenheit genommen, unfern Lesern ähnliche Mittheilungen aus andern Ländern, wie Syrien, Persien und Arabien zu machen, und werden auch nicht aufhören ähnliche Mittheilungen zu machen, sobald wir Kunde davon erhalten, und zwar aus keinem andern Grunde, als um alle diejenigen, deren das wahre Wohl Israels am Herzen liegt, an ihre heilige Pflicht zu erinnern, den Herrn mit unabläßigen Bitten und Flehen anzugehen, daß er sich doch bald seines alten Bundesvolkes wieder erbarmen und in seine Bundesrechte cinsetzen wolle. Freilich würde es uns