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Dibre Emeth · 1860-01-01 · 7-8 (1860) · page 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
16 (1860)
Issue
7-8 (1860)
Date
1860-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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„Die Juden sagen, daß ihnen die Spanier durch ihr Erscheinen das Leben retteten, denn sonst würden ihnen die Mauren, nachdem fie ihnen ihr Eigenthum genommen hatten, den Hals abgesch'nitten haben bei der Weigerung, ihnen die Oerter zu zeigen, wo ste ihre Schätze verborgen hätten, die sie doch nicht mehr besaßen. Es ist jämmerlich, die Erzählung von den Leiden einiger von diesen Unglücklichen anzuhören, welche sich in wenig Stunden aus guten Verhältnissen in die größte und niedrigste Armuth versetzt sahen. Ich trat in einige ihrer Häuser und hörte viele von ihnen ihre Geschichte erzählen. Einigen wurden die Kleider.von den Mauren vom Leibe gerissen, als Strafe für die Vorstellungen, die ste machten und für die Bitten um Gnade, und wurden dann vollständig nackt auf die Straße geworfen, während in ihren Wohnungen die teuflischsten Gewaltthaten verübt wurden. Ich bin vollkommen überzeugt, daß einige ihrer Erzählungen übertrieben sind, und wir haben in der That augenscheinlichen Beweis davon; denn während sie bei unfern Eintritt in die Stadt uns mit dem Geschrei von Hunger entgegen kamen und erklärten, daß ste drei Tage und länger nichts gegessen hätten, verkauften ste, ehe ich die Stadt verließ, in welcher ich nahe an sechs Stunden verweilt hatte, sehr schönes Federvieh für einige Realen das Stück, nachdem sie entdeckt hatten, daß die Christen für Alles, was sie nahmen, auch bezahlten. Es ist wohl bekannt, daß unter solchen Umständen so wohl Juden, als auch Bekenner anderer Religionen geneigt sind, von ihrem Unglücke den besten Gebrauch zu machen; aber die Thatsache kann nicht verkannt oder geleugnet werden, daß sich die Mauren wie wilde Thiere betragen haben, und es fehlt von keiner Seite an hinlänglichen Beweisen, daß der Verlust der Hebräer sehr groß gewesen sein muß. Auch konnte die Bewegung nicht erheuchelt sein, von der einige ergriffen wurden, als sie das erzählten, was sie in den beiden vorhergehenden Tagen durchgemacht hatten. Ich kam mit einem sehr intelligenten Juden zusammen, dessen Hände und Betragen davon zeigten, daß er der höhern Klaffe seines Volkes angehörte, und der mir seine Leiden erzählte. Er zeigte Muth und Stärke; aber es waren in seiner Geschichte Stellen, bei welchen seine Stimme vor Bewegung gellend wurde, und heiße

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