Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 16 (1860)
- Issue
- 7-8 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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123 Juden unter den grausamen Mauren einen Begriff machen können, und damit sie sich gedrungen fühlen mögen, ernstlich zu dem Herrn zu flehen, daß er sich doch bald seines Volkes erbarmen und es von seinen Leiben erlösen wolle. Der Herausgeber der Jewish Intelligence leitet den Auszug mit folgenden Worten ein: „Wir können nicht umhin den folgenden Auszug aus der Correspondenz der Times vom *2. v. M. in diese Blätter aufzunehmen, in welcher die Leiden der Juden in Tetuan so deutlich beschrieben weiden. Wenn wir auch noch so viel auf Rechnung der Uebertreibung setzen in den Erzählungen der unglücklichen Dulder, welch ein Bild von Elend wird uns dann immer noch bleiben! Es scheint als ob die Juden stets den Kelch der Leiden der Welt bis auf den letzten Tropfen austrinken müßten, weil sie die herrlichen Vorrechte, das gesegnete Werkzeug des Wohles der Welt zu sein, verworfen haben. O daß der Tag, der so eng mit JsraelsZukunft verbunden ist, bald erscheinen möchte, „wo kein Volk wieder das andere ein Schwert aufheben wird, und sie nicht mehr werden kriegen lernen." Nun folgt, was die Times sagt: „DaS Thor, durch welches wir gingen, führte uns sofort in das Judenviertel, und es ist sehr schwer, den Schauplatz der Verwüstung zu beschreiben, welcher sich uns daselbst darbot. An beiden Seiten der Straße waren kleine niedrige Läden, von der Art wie man sie sehr häufig in Konstantinopel und andern türkischen Städten sieht — viereckige Oeffnungen ein oder zwei Fuß von der Erde, des Nachts mit einer Klappe verschlossen, und in welchem der Kaufmann am Tage unter seinen Waaren hockt. Alle diese Läden waren ohne Ausnahme erbrochen und geplündert, und ihr Inhalt auf die Straße geworfen und in Stücken zerschlagen worden. Von einer so vollkommenen Verwüstung und Zerstörung bin ich noch niemals Zeuge gewesen. Die engen schmutzigen Straßen waren mit Trümmern jeder Art bedeckt — mit zerbrochenen Schubläden und Kisten, zerriffenen Kleidern, erbärmlichen Kaufwaaren jeder Art, Früchten, Samenkörnern, zerbrochenen irdenen Geschirren, das Ganze in eine, verworrene Masse .gemischt, welche jeder Analyse Trotz bietet. Als die Räuber Alles genommen hatten, was sie der Mühe für Werth hielten, zerstörten fie das Uebrige schonungslos. . . . .