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Dibre Emeth · 1860-01-01 · 7-8 (1860) · page 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
16 (1860)
Issue
7-8 (1860)
Date
1860-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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12V Augen von seinen nahen Verwandten und Freunden Abschied nahm; wenn er, nach einem brünstigen Gebet, oder nach dem Lesen eines Lieblings-Capitels, dergleichen das 1. Capitel der Offenh. Joh.. ihm war, sich vorwärts beugte um wie einer der alten Propheten sein „Amen" zu sagen; oder wenn er, wie ein sterbender Patriarch, seine zitternden Hände ausstreckte, um einen jungen Bruder aus Israel zu segnen, der durch seine Bemühung zur Erkenntniß der Wahrheit gekommen war? Wohl war er in allen diesen Verhältnissen groß; aber in diesen Fällen war etwas von dem kräftigen, begeisterten Poeten, von dem Manne des Geistes, jenes genialen Mannes dabei; dem geistigen Auge jedoch zeigte sich Da Costa's Größe ganz besonders in den letzten vier Monaten seines Lebens. Ja, auf seinem Sterbebett war er wahrhaft groß, als er so klein, so arm, so elend, so hilflos und doch so exemplarisch in Geduld dalag und sich einzig und allein auf den Arm seines Seelenfreundes lehnte; da er so ergeben, so frei von allem eigenen Willen, so fest in seinem kindlichen Glauben auf den Befehl seines Herrn und Meisters wartete: „Komm her du Gesegneter meines Vaters, ererbe das Reich, das dir bereitet ist von Anbeginn der Welt." Grade da war er groß für das erleuchtete Auge des Gemürhs, als man, menschlich gesprochen, nichts Großes mehr an ihm sah. Die Flamme seines Geistes war so gut wie erloschen; aber das Feuer seines glaubenden und liebenden Herzens wurde nur um so lebendiger; die Aeußerungen seines Glaubens, die er vorher in Wort und Schrift gethan, wurden so für Viele eine Quelle köstlicher Erbauung; und ich habe die feste Versicherung, daß diejenigen, denen es vergönnt war, an seinem Schmerzenslager zu stehen und noch ein Wort von dem sterbenden Dulder zu vernehmen, reichen Segen mit sich heimtrugen. „Der Mund, der in vergangenen Tagen von so kostbaren Wahrheiten Gottes überströmte, öffnete sich verhältnißmäßig allerdings nur selten, als er, wie ein entwöhntes Kind bei der Mutter, dalag; wenn sich aber seine Lippen öffneten, so sprach er seinen lebendigen und festen Glauben, seine feste und gewisse Hoffnung, seine innige und herzliche Liebe aus. „Seine Liebe? ja, das war der Grundzug, der Schlüssel seines

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