Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 16 (1860)
- Issue
- 7-8 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2554541-2554702-2554706--03328-2559224- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
111 Charakteristische Gewissenhaftigkeit. (Schluß.) Wir gehen zu einer andern Probe dieser charakteristischen Gewissenhaftigkeit. In Nr. 8 der allg. Z. d. I. von 1868 heißt es unter den „Zeitungsnachrichten, Deutschland, Hamburg" S. 114 also: „Wir haben hier auch eine neue Mikwah erbaut, deren innere Einrichtung sehr sinnreich vom Herrn Oberrabbiner Stern erdacht ist. Das vorschriftliche (Regen-) Wasser füllt nämlich nicht die wirklichen 8 Tauchkasten, sondern eine Cisterne, die in der Mitte liegt und mit jedem Tauchkasten so verbunden ist, daß das in letzterem befindliche Elbwasser (aus der Stadt-Wasserkunst) sich, sobald ein Mensch hineinsteigt, bis an eine kleine Verbindungsrinne hebt und mit jenem Regenwasser vereinigt, wodurch denn Alles koscher wird. Die Reinlichkeit ist dabei vollkommen gesichert. Daß das Elbstußwaffer überhaupt einer solchen Mischung bedarf, entsteht daher, daß es in der großen Stadt-Wasserkunst dreimal in großen Bassins längere Zeit abgelagert wird und dadurch nach der Ansicht des Herrn Oberrabbiners den erforderlichen Charakter verliert." Zum Schluß dieses Artikels heißt es noch: „Wir haben hier Raum für alle möglichen Richtungen und verbitten uns blos die Stänkemacher." Welche ängstliche Gewissenhaftigkeit ist demnach in Hamburg unter den Juden, daß „das Elbwasser" erst durch eine „sehr sinnreiche Einrichtung koscher" gemacht wird! Und wie weit sind doch zu gleicher Zeit die Gewissen, da „Raum für alle möglichen Richtungen" vorhanden ist! In demselben Hamburg, wo man das Wasser zur Abwaschung des Leibes aus großer Achtung für die Vorschriften des Gesetzes erst „koscher" macht, um ja als ein untadelhafter Beobachter auch der kleinsten Vorschrift erfunden zu werden, predigt Herr vr. Frankfurter eine so antibiblische Lehre, wie im Vorhergehenden erwähnt ist, verderbet und verwüstet man die Quelle des lebendigen Wassers, die Quelle des reinen, lautern Gotteswortes, daß man wirklich nicht weiß, ob man seinen Augen trauen soll, wenn man Dinge liest, wie folgendes anzeigt in Nr. 44 d. allg. Z. d. I. S. 646 von 1859. „Der neue Himmel und die neue Erde, oder die bürgerliche Gleichstellung der Israeliten in Hamburg. Predigt