Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 16 (1860)
- Issue
- 5-6 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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91 nur fragen: giebt es also einen rächenden und strafenden Gott oder nicht? Uebt dieser Gott nur eine „gerechte Vergeltung" in Bestrafung der Christen, während er gegen Israel nur die Liebe ist? Oder ist es Gewissenhaftigkeit, den strafenden Gott zu leugnen, wenn von Israel die Rede ist, und einen solchen nur anzuerkennen und auf denselben hinzuweisen, wenn von uns Heidenchristen die Rede ist? (Schluß folgt.) Ein jüdischer Matrose. In einem englischen Blatt wurde vor einiger Zeit Folgendes unter der gegebenen Ueberschrift erzählt: „Es kommt wohl sehr selten vor, daß wir von Juden hören, die sich dem Seedienst widmen. Viele Juden werden Soldaten; sehr viele dienen als solche in der Armee in Indien, und in allen Armeen Europas findet man jüdische Soldaten. Namentlich müssen auch in Rußland viele Tausende Militairdienst leisten; aber wir finden nicht, daß sie zur See gingen. Ist vielleicht die Einerleiheit des Seelebens dem rastlosen und thätigen Juden nicht so erwünscht und angenehm? Er ist allerdings an ein Wanderleben gewöhnt, denn er ist nirgends zu Hause, er ist fern von dem Lande seiner Väter. „Es ist uns indeß ein interessantes Beispiel eines jüdischen Matrosen bekannt. - Vor einiger Zeit wurde in Bristol auf einem Schiffe eine religiöse Versammlung gehalten. Der Zweck dieser Versammlung war, zu ermitteln, auf welche Weise man den Matrosen und insonderheit denen, die von Amerika kommen, Gutes thun könne. Unter denen, die bei der Gelegenheit auftraten und sprachen, war auch ein Matrose, und dieser Matrose war von jüdischer Abkunft. Er hatte auf einem amerikanischen Schiffe Matrosendienst genommen. Das Schiff ging bald darauf nach China. Als das Schiff aus China zurückkehrte, befand sich unter den Passagieren auch der Bischof Boone, der ebenfalls nach Amerika zurückkehrte. Er hielt regelmäßig Gottesdienst für die Passagiere und Matrosen. Bei einer solchen Gelegenheit sprach er über den verlornen Sohn, und