Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 16 (1860)
- Issue
- 5-6 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2554541-2554702-2554705--03303-2559198- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
87 andere, sehr ernste Miene; er findet die Sache keinesweges lächerlich; sondern hat schon in Rro. 36 seiner Z. von 1859 S. 526 folgende Bekanntmachung ergehen lassen: „Aus dem Großherzogthum Posen- sowie aus der Provinz Preußen sind an uns mehrfache Anfragen ergangen: es habe sich^alldort und im Königreiche Polen das Gerücht verbreitet, daß der Cichorien bei der Fabrikation mit Schweinefett durchknetet werde, also zum Gebrauche für Juden unfähig sei, ob dieö gegründet sei, was, da Magdeburg ein Hauptfabrikort des Cichoriens ist, daselbst am ehesten zu erörtern sei? „Es fiel diese Bemerkung um so mehr auf, da hier, wenn Cichorien zum Gebrauche für Peßach unter Aufsicht des Beglaubigten hiesiger Gemeinde, des Herrn Cantors Nathonson, gefertigt wurde, niemals von dergleichen Vergehen auch nicht im Entferntesten beobachtet worden. Eine desfalls angestellte Untersuchung hat nun ergeben, daß allerdings bisweilen, wenn die Cichorienwurzel besonders trocken, mager und holzig ausgefallen ist, vor dem Brennen eine Quantität Fettigkeit wie Oel, Butter oder dgl. in die Trommel gethan wird, damit der Cichorien nicht zu sehr stäube und sich besser verbinde. „Die Folgerung aus diesem Factum ergiebt sich von selbst. Ich bemerke aber, daß, wenn hinlängliche Quantitäten bestellt würden, einer und der andere der hiesigen Cichoriensabrikanten sich gern herbeilassen würde, Cichorien unter Aufsicht anfertigen zu lassen, da, wie gesagt, jene Fettigkeiten nicht durchaus nothwendig zur Herstellung des Fabrikats sind, und überhaupt nur bisweilen in Anwendung kommen." „Magdeburg, 22. August 1859." „Di-. Ludwig Philipps»«, Rabbiner des Synagogenbezirks Magdeburg." Herr Dr. Ph. hat offenbar in der Cichorienangelegenheit das engste Gewissen; nicht nur ist seine Gewissenhaftigkeit strenger, als die des Herrn Dr. Ehr., der über die ganze Sache lacht, sondern auch als die des orthodoxen Rabbiners Tiktin. Rur Herr Dr. Ph. hat herauögefunden, „daß allerdings bisweilen Fettigkeit in die