Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 16 (1860)
- Issue
- 5-6 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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88 Trommel gethan wird." Und da „ergiebt sich die Folgerung von selbst;" nämlich die Folgerung, solchen Cichorien zu gebrauchen ist eine Uebertretung des Gesetzes Mosis. Wenn solche Skrupulosität aus Hochachtung gegen das göttliche Wort und der Anerkennung des göttlichen Ansehens desselben hervorginge, wenn man die Aussprüche der heiligen Schrift in allen Stücken so gewissenhaft nähme und beobachtete, so wäre es ja eine löbliche Treue. Aber in dem Munde und aus der Feder Or. Ph's., dessen Grundsätze in dieser Hinsicht bekannt genug sind, ist eine solche Sprache und ein solches Gebühren weiter nichts, als elende und erbärmliche Heuchelei. Denn wie stimmt eine solche strenge und ängstliche Gewissenhaftigkeit mit dem Grundsätze, den der Herr Rabbiner in seinen Harfenklängen und in seinem Wahrspruche , der israelitischen Religion aufgestellt hat, daß man mit den drei Factoren des menschlichen Geistes, mit Verstand, Herz und Geschichte, erst prüfen müsse, was in dem sogenannten Worte Gottes Wahrheit ist? Wie stimmt denn eine solche strenge Gewissenhaftigkeit, die aus Besorgniß, der Cichorien könne mit Schweinefett berührt oder versetzt worden sein, denselben lieber nicht genießen will, um nur das Gesetz Gottes nicht zu übertreten, mit der so unverantwortlichen Behandlung der ganzen h. Schrift, die nicht nur in dem erwähnten Prüfungsgrundsatze ausgesprochen ist, sondern auch in der Judenz. und sonst fort und fort geübt wird? Wie stimmt eine solche zur Schau getragene Gewissenhaftigkeit mit der frivolen Erklärung eines andern Reformjuden, daß das Judenthum von dem Gesetz Mosis Vieles preisgiebt, Anderes der Kritik unterwirft? Oder wie stimmt eine so ängstliche Gewissenhaftigkeit, die selbst die Zubereitung des Cichoriens genau beaufsichtigen läßt, um sich auch der geringsten Uebertretung frei und ledig zu wissen, mit dem weiten Gewissen, das sich in dem Grundsatz wieder eines andern Reformjuden ausspricht, der behauptet, daß man nach der Lehre des Judenthums den Worten und Vorschriften der Propheten nicht zu folgen brauche, sondern man solle nur das Licht des eigenen Geistes und die Stimme deS eigenen Herzens begreifen lernen? Wir haben bei einer früher» Gelegenheit gesehen, daß vr. Ph. die Treue Israels darin fand, daß sie jährlich zur bestimmten Zeit Mazzoth backen und