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Dibre Emeth · 1860-01-01 · 5-6 (1860) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
16 (1860)
Issue
5-6 (1860)
Date
1860-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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1 85 lostgkeit, zu einer „ tendentiösen Verfälschung" macht, während er sich selbst dagegen mit offenbarem Bewußtsein wider besser Wissen und Gewiffen erlaubt, ein ganzes Wort dem hebr. Terte aufzubürden, das sich in demselben gar nicht findet, um auf diese Weise einen Sinn und Gedanken in das alteTestament einzuschmuggeln, der weder in Moses noch in den Propheten enthalten ist. Wenn die Gründer der israelitischen Bibel-Anstalt beim Drucke der Bibel so gewissenhaft zu Werke gehen werden, daß sie neue Worte in den Tert setzen, so werden sie neue Proben von ihrer Gewissenhaftigkeit geben. Rach den letzten Nummern derJudenzeit. zu urtheilen, scheint es aber, daß Herr vr Ph. von dieser weiten Gewissenhaftigkeit Abstand genommen hat und er doch endlich Bedenken trägt, mit dieser „tendentiösen Verfälschung" noch ferner sein Gebäude der allgemeinen Gleichstellung begründen zu wollen; denn wir haben diesen Satz seit einiger Zeit nicht mehr zu lesen bekommen. Ein anderes Beispiel solcher charakteristischen Gewissenhaftigkeit, die Mücken seiget und Kameele verschlucket, zeigt sich in Folgendem. Bekanntlich verbietet das Gesetz Mosis den Juden den Genuß des ' Schweinefleisches. Wie viele oder wenige Juden in Deutschland sich heutigesTages noch aus Gewissenhaftigkeit vom Genuß des Schweinefleisches enthalten, ist nicht unsre Sache zu untersuchen. Wer aber auch nur eine geringe Kenntniß von den Grundsätzen, Sitten und dem Verhalten der heutigen Juden in Deutschland hat, kann gewiß nicht ohne Lächeln oder Staunen hören, daß in der allg. Z. d. I. Gewissensbedenken und Bekanntmachungen ergehen, die den Gebrauch des Cichoriens als eine Verletzung und Uebertretung des mosaischen Gesetzes erklären, da es möglich wäre, daß bei Zubereitung desselben etwas Schweinefett angewendet sein könne. In Nr. 37 der genannten Zeit, von 1858 S. 532 und 533 heißt es in einer Privatmittheilung von dem Rabbiner vr. Ehrentheil aus dem österreich. Kaiserstaat, „die in Lyck erscheinende hebr. Zeitschrift Hamagid habe einen geharnischten Artikel aus der Feder eines russischen Rabbiners gebracht," nach welchem „die Bereitung des Cichoriens mit Schweinefett geschehe." Herr vr. Ehr. findet zwar „diese Behauptung schon im ersten Augenblick lächerlich"; indeß sagt er, jener „Ar- »

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