Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 16 (1860)
- Issue
- 3-4 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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59b auf welche von den jüdischen Schristauslegern hingewiesen wird, und widerlegten die verschiedenen Meinungen, wie wir hoffen, mit Erfolg, und bewiesen endlich unsere Behauptung, daß sich diese Weissagung nur auf Jesum beziehen könne. Es gab auf beiden Seiten große Aufregung. Als ich mit meiner Beweisführung zu Ende war, fügte ich nur noch hinzu, daß sie selbst nach den Regeln deS Talmuds zugeben müßten, daß wir recht hätten. Der Talmud sagt, wenn zwei Parteien einen Streit haben, und die eine Partei würde ihre Sache damit vertheidigen, daß sie Zweifel über die Behauptung der andern ausdrückte) während diese ihrer Behauptung ganz gewiß ist, so hat sie nicht nöthig, noch irgend einen andern Beweis zu geben. Aber wir sind nicht allein sicher und unserer Behauptung ganz gewiß, sondern wir können auch positive und negative Beweise geben, welche Sie nicht widerlegen können; daher sollten Sie auch der Wahrheit die Ehre geben. Aber ich weiß, daß Beweisgründe, wie stark und überzeugend sie immer sein mögen, eine Seele nicht von den Vorurtheilen bekehren können, welche in der frühesten Jugend eingesogen und das ganze Leben hindurch von der Macht der Finsterniß genährt worden sind; der Herr allein ist es, der dies vermag. Ich versprach ihnen für sie zu beten, daß der Herr ihre Augen aufthun wolle, damit sie ihre geistigen Krankheiten und Schmerzen erkennen und den würdigen lernen möchten, welcher unsere Krankheiten getragen und unsere Schmerzen auf sich genommen hat. Wir schieden als Freunde, obschon der Rabbi sich sehr freute uns los zu werden, da wir ihn in Gegenwart seiner Leute, die erwarteten, daß er uns vollkommen besiegen würde, in große Verlegenheit gebracht hatten." „Bei andern Gelegenheiten hatten wir in dem Hause des andern Chachams (Weisen oder Rabbiner) ähnliche Unterhaltungen, obschon nicht vor so Welen; aberwenn ich sie alle niederschreiben sollte^ so müßte ich ganze Bände voll schreiben. Ich will daher nur eine erwähnen, welche ich mit dem Sohne des Rabbi — hatte. Wir sprachen von den neuern Rabbinen in Deutschland, und besonders von einem in der Stadt Arad in Ungarn. Er bemerkte: „Sie sehen aus dem Ergebnisse, daß wir ganz recht thun, wenn wir uns der Lehre dieses