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Dibre Emeth · 1860-01-01 · 3-4 (1860) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
16 (1860)
Issue
3-4 (1860)
Date
1860-01-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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45 Verein? haben wir nicht schon Vereine für innere Mission, auch Vereine für Heidenmission überhaupt und für China insbesondere? Die geringe Theilnahme, die der Breslauer Jerusalems-Verein bisher erfahren hat, ist ein klares und deutliches Zeugniß, daß man diesen Verein so ansieht. Aber diese Sprache und diese Theilnahmlosigkeit ist zugleich auch ein trauriges Zeugniß gegen uns Breslauer Christen, denn es enthält eine schwere Anklage gegen uns, die wir als gerecht anerkennen müssen und nicht leugnen können. Das Schriftwort, an das sich unser Bericht lehnt, sagt: „Wir sind Jerusalems Schuldner;" und man will fragen: Wozu noch ein Jerusalems-Verein? das heißt doch nichts Anderes,, als, wir wollen nicht daran denken, unsre Schulden abzutragen. — Leugnen können wir es nicht, daß einst das Gesetz von Zion ausgegangen ist und des Herrn Wort von Jerusalem, und durch dieses Wort sind wir aus der Finsterniß des Heidenthums herausgerissen und zum hellen Licht des Evangeliums von Jesu Christo gekommen. Was wir daher als Christen an geistlichen Gaben und Gütern besitzen, das ist von Jerusalem aus zu uns gekommen; oder wie unser Heiland sagt: „das Heil kommt von den Juden." „Wir sind also Jerusalems, wir sind Israels Schuldner." Wir wollen den Vereinen für innere Mission nicht störend in den Weg treten; wir wünschen vielmehr, es möchten sich Tausende vereinigen zu recht thätiger Theilnahme an derselben; wir wünschen nicht den Vereinen für die Heiden-Mission ein einziges Mitglied zu entziehen; das sei ferne! Aber das müssen wir auf Grund des Wortes Gottes sagen: „Wir sind Jerusalems Schuldner!" Den Heiden das Evangelium zu senden ist und bleibt unsre Christenpflicht; dazu soll uns die Liebe zum Herrn, der Gehorsam gegen seinen Befehl, die Liebe zu den armen Heiden, die ja auch unsere Nebenmenschen sind, antreiben. Aber dieselben Beweggründe haben wir auch in Absicht auf Jerusalem. Nur ist außer diesen allgemeinen Beweggründen noch eine ganz besondere Verpflichtung in den Worten ausgesprochen: „Wir sind Jerusalems Schuldner." Wenn wir innere und äußere Mission treiben, an die verkommene, in Sünde und Unglauben versunkene Christenheit in unserer nächsten Umgebung und an die entferntesten Heiden denken,

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