Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 16 (1860)
- Issue
- 3-4 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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44 heit entgegen, die unfern Jerusalems-Verein nicht nur rechtfertigt, sondern denselben fordert und gebietet; eine Wahrheit, die das Wort Gottes uns ins Herz und Gewissen ruft, nämlich die einfache aber inhaltsschwere Wahrheit: „Wir sind Jerusalems Schuldner!" Unser Verein ist ein Jerusalems-Verein, und als solcher unterscheidet er sich von den andern christlichen Vereinen, die hier bestehen. Er ist kein Verein für innere Mission, denn er hat sein Augenmerk nach außen gerichtet, in die Ferne, nach Jerusalem. Er ist aber auch nicht ein Missions-Verein, wie die andern, deren Wirksamkeit dahin geht, den Heiden das Evangelium zu senden; denn Jerusalem weiset uns auf das Volk Israel hin, auf das Volk, welches Gott der Herr sein Volk nennt, weil er es sich selbst erwählt und zubereitet hat. Der Jerusalems-Verein hat es freilich nicht ausschließlich mit diesem Volk zu thun; denn die Einwohner Jerusalems sind seit vielen Jahrhunderten nicht ausschließlich, ja nicht einmal vorzugsweise die verlornen Schafe des Hauses Israel, sondern auch Muhamedaner und Christen. Und auf alle diese hat der Jerusalems-Verein seine Aufmerksamkeit gerichtet. Aber wo von Jetusalem die Rede ist, da ist es doch Israel vorzugsweise, das uns vor die Augen tritt, und weder in der Vergangenheit, noch in der Gegenwart, noch in der Zukunft läßt sich Jerusalem von Israel und Israel von Jerusalem trennen. Jerusalem ist wichtig nicht im gewöhnlichen politischen und weltlichen Sinne, wie andere große Städte der Vorzeit, wie Babylon, Niniveh, Tyrus, Sidon u. s. w.; Jerusalem hat eine höhere Wichtigkeit, sie ist die Stadt eines großen Königs, der da heißt der Herr Zebaoth, Immanuel. „Jerusalem ist gebauet, daß es eine Stadt sei, da man zusammen kommen soll, da die Stämme hinauf gehen sollen, nämlich die Stämme des Herrn, zu predigen dem Volk Israel, zu danken dem Namen des Herrn." Ps. 122, 3. 4. Jerusalem ist und bleibt die Hauptstadt von Palästina, und Palästina ist, wie der th. Bischof Or. Gobat in seinem diesjährigen Rundschreiben sagt, „noch immer das Land der Verheißung," noch immer „Immanuels Land." — Man sagt vielleicht mit heimlichem oder offenem Unwillen: Wozu noch ein Jerusalems-