Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 16 (1860)
- Issue
- 1-2 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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18 sich des Blutes und Fleisches rühmen sollte, so gehören ja die Juden Christo näher an denn wir, wie auch St. Paulus Röm. 9 saget."" „In der Kirchenpostille (aus d. 1.1521) äußert sich Luther am Stephanstage so: ,-„So ist's nun hewiß, daß die Juden werden noch sagen zu Christo: Gelobet sei der da kommt in dem Namen des Herrn. Das hat auch Moses verkündiget veut. 4, 3V. 31: In der letzten Zeit wirst du wiederkommen zu Gott deinem Herrn und wirst seiner Stimme gehorchen ... Item Hos. 3, 4. 5.: Die Kinder von Israel werden eine lange Zeit sitzen ohne König ... und darnach werden die Kinder von Israel wiederkommen und suchen Gott ihren Herrn und David ihren König (das ist Christum) und werden ehren Gott und seine Gütigkeit in den letzte» Tagen. Und Azarias 2. Chron. 15, 2—4., Es werden viel Tage verzechen in Israel ohne den wahren Gott... Diese Sprüche mögen nicht verstanden werden, denn von den itzigen Juden. Sie sind ja zuvor noch nie keinmal ohne Fürsten, ohne Propheten, ohne Lehrerund Gesetz gewesen. St. P. Röm. I I, 25.26. stimmt auch her und spricht: Blindheit ist eines theils .... und also das ganze Israel selig werde. Gott gebe, daß die Zeit nahe bei sei, als wir hoffen. Amen."" Dagegen sagt dasselbe Kirchenblatt S. 262.: „In seiner Schrift vom Schem Hamphoras — die ums Jahr 1543 abgefaßt ist — spricht sich Luther sehr ungünstig über eine zu hoffende Bekehrung der Juden aus, mit Worten, die ich Jedem in jener Schrift selbst nachzulesen überlasse... Luther verzagt an einer Bekehrung der Juden überhaupt, hält es nur noch für möglich, daß „„was Menschliliches"" in ihnen sei. Daß sie alle könnten bekehrt werden, erklärt er für unmöglich." — Rach Anführung dieser beiden entgegengesetzten Ansichten Luthers heißt es zuletzt in dem Kirchenblatt S. 264.: „So haben wir die Wahl zwischen Luther und Luther. Ich denke aber, wir müssen, wenn wir billig sein wollen, den Luther wählen, der noch unbefangen redet. Aber Luther hat in späterer Zeit eine allgemeine oder zahlreiche Bekehrung Israels verworfen und dies macht es erklärlich, wie die Dogmatiker der luth. Kirche geneigt waren, mit ihm gegen eine solche sich zu erklären. Aber wofür zeugt es, daß dennoch je länger desto mehr die entgegengesetzte Meinung