Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 16 (1860)
- Issue
- 1-2 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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15 ken, der zu den Leuten gehört, die nur die Gegenwart kennen, nur für die Gegenwart leben, deren Wahlspruch ist: Lasset uns essen und trinken, denn morgen sind wir todt. Aber das darf man hier nicht; das wollen wir auch nicht. Wir enthalten uns aller und jeder Bemerkung über die originelle Art und Weise, wie der Rec. „drei Parteien," die doch so sehr verschieden sind, in eine einzige Klasse zusammenwerfen kann, um das richterliche Verdammungsurtheil über sie auszusprechen, daß sie sammt und sonders dem Glauben der Christenheit an den Weltheiland Jesus entsagt haben und nun mit den Juden die Zukunft für ihren Messias halten. Indem der Rec. von der „einstimmigen (?) Ueberzeugung" spricht, die in der Christenheit stets geherrscht habe: Jesus Christus gestern und heute und derselbe in Ewigkeit, bekennet er sich doch auch zu dieser Ueberzeugung; er will also wenigstens orthodor sein. Aber ist denn Jesus Christus in dem Sinne, wie der Rec. meint, derselbe von Ewigkeit zu Ewigkeit? Ist er nicht im Fleisch erschienen? ging er nicht in Armuth und Niedrigkeit einher? trug er nicht 33 Jahr die Knechtsgestalt an sich? wurde er nicht gekreuzigt in der Schwachheit? ist er noch in dieser Niedrigkeit, Knechts- und Krepzesgestali? oder ist er nicht vielmehr erhöhet nach Leiden des Todes? Wenn der Rec., nachdem er einige aus dem Zusammenhänge gerissene und daher die Wahrheit entstellende Sätze angeführt, seine Recension mit den Worten schließt: „Nun meinetwegen! Bekehre die Juden oder lasse sich von ihnen bekehren, wer da will; Hab nichts dawider! Bin ein nüchterner, alltägiger Christenmensch, mag kein Judengenosse und Zukunftsheiliger werden, lasse mir die Identität von „„Predigtamt"" und „„Mission"" nicht einreden, brenne nicht von pietistischem Eifer für die Judenmission, sondern dercke auch in diesem Stücke wie mein seliger Lehrer, der Professor Luther in Wittenberg" — so müssen wir mit Bedauern sagen, daß uns seine Orthodoxie und noch vielmehr sein „Glaube an den Weltheiland Jesus," sein christlicher Sinn fraglich wird. Hat Jesus Christus in den Tagen seines Fleisches die verlornen Schafe des Hauses Israel mit so „nüchternen" und „alltägigen" Augen angesehen und ansehen können, wie der