Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 16 (1860)
- Issue
- 1-2 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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13 wird, und wenn ich Ihm dann hinten nach sehe, werde ich erfahren, daß keines Seiner Worte auf die Erde gefallen ist, sondern daß all Seine Worte gewiß und wahrhaftig sind. Wir Heidenchristcn stehen mit unserm Streiten gegen Israels Hoffnung, gegen Israels Wiedereinpfropfung in derselben Gefahr, in die Israel durch sein Streiten gegen die Heiden hineingerathen war. Es ist schlimm genug, daß der ältere Bruder über die Wiederannahme des jüngern Bruders nun 1800 Jahre lang gezürnet und in seinem Zorn sich um sein Heil gebracht hat; es wäre aber noch erschrecklicher, wenn nun der jüngere Bruder in gleichen Zorn verfallen wollte über die endliche Umkehr des älteren Bruders. Freuen wir uns doch, daß Paulus feurig und eifrig sein Volk lieben und sagen kann: „„Hat denn Gott sein Volk verstoßen? das sei ferne!"" Freuen wir uns doch, daß das Uebrige selig werden wird und überlassen wir Zeit, Ort und Art der Ausführung dem Herrn, der die Sache so erfüllen wird, daß wir uns überschwenglich werden freuen können. Sprechen wir daher, uns beugend unter Gottes Gerichte und frohlockend über den Abgrund Seiner Gnade: ,,„O welch eine Tiefe des Reichthums, beides der Weisheit und Erkenntniß Gottes! Röm. I I, 33—36." " Aergern wir uns nicht, daß der Herr in den Tagen Seines Fleisches zu unserem Heile Sein Amt unter Israel geführt hat; trotzen wir nicht darauf, daß aus Israels Fall uns Heiden das Heil widerfahren ist; zürnen wir nicht, wenn Gott Israel, sobald es von seinem Unglauben läßt, wieder einpfropft; und zweifeln wir nicht an des Apostels Wort: „„Gott kann sie wohl wieder einpfropfen."" So weit die beherzigenswerthen Worte des P. Meeske. An Zeugnissen ähnlicher Art, die ebenfalls für die unbestreitbare biblische Wahrheit auftreten, daß Gott sein Volk Israel nicht verstoßen hat, fehlt es auch sonst nicht. Daneben werden auch, wie vorhin schon angeführt, andere Stimmen laut, die sich gewaltig ärgern und zum Theil fast fanatisch dagegen eifern, daß man noch an eine künftige Bekehrung Israels, ja überhaupt noch an eine „Zukunft" der Kirche Christi denkt, und davon redet und schreibt. Das Sonderbarste und Betrübendste dabei ist, daß solche Eiferer nicht etwa Rationalisten sind, ungläubige