Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 16 (1860)
- Issue
- 1-2 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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12 worden, wie letztere dann nach dem Tode Jesu Christi, durch welchen der bis dahin bestandene Zaun abgebrochen war, auch den Heiden das Evangelium predigten, die nun in den Schafstall eingingen, während Israel um seines Unglaubens willen abgebrochen wurde und nun, leider, noch in Blindheit hingeht. Dann sagt er die kräftigen Worte: „O daß die Zeit nicht ferne wäre, wo die Fülle der Heiden eingegangen und das Uebrige von Israel wird selig geworden sein! Es ist zwar in neuerer Zeit auf die mannigfachste Weise versucht, diese Hoffnung Israels ganz wegzudisputiren, aber mir kommt jedesmal ein gewisses Grauen an bei solchen und ähnlichen Operationen, indem ich an die Worte des Herrn gedenke, daß wir „„nichts dazu thun und nichts davon thun sollen,"" und ich möchte doch Alle, die hierin so Vieles und so Großes leisten, inständigst bitten, sich zu mäßigen und dem Herrn der Kirche nicht den Weg vorzuschreiben, auf welchem Er seine Kirche vollenden soll, sondern sich an seinen Wegen, die Er zu dem Ende geht und zu unserem und Israels Heile geht, genügen, sie sich herzlich Wohlgefallen zu lassen. Es klingt doch gar zu vermessen, wenn der Jünger über seinen Meister sein will, der Jünger wird noch viel lernen müssen, was er nie gedacht hatte, wie die Vorchristen im A. T., welche sich die Erfüllung der Verheißung zugeschnitten haben nach ihres Herzens Gelüsten, haben die Zeit der Heimsuchung nicht erkannt, sie haben sich in Christus versehen, während die, welche in Einfalt des Glaubens in demüthiger Unterwürfigkeit das Wort der Weissagung einfältig festhielten und die Ausführung in der Erfüllung dem Herrn überließen, Ihn in und mit dem alten Simeon aus die Arme nahmen. Vergebt es mir daher, wenn mich das Gebühren Mancher, die so klug und weise sich Gottes Wort können zustutzen nach Ihres Herzens Gelüsten und dem Herrn Christo dictiren, wie Er Seine Kirche vollenden soll, mit tiefem Schmerz erfüllt. Mir steht das vor Allem fest und das will ich durch Gottes Gnade allezeit üben: Wenn Gott redet, so will ich miederfallen und Ihn darob anbeten, auch da, wo Seine Weisheit und Seine Wege über meinen Verstand gehen, ja da am allermeisten, und will harren der Zeit, wo der Herr Alles nach einander und mit einander erfüllen