Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 16 (1860)
- Issue
- 1-2 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2554541-2554702-2554703--03225-2559118- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
11 anfängt. Namentlich hat das „Kirchenblatt für die evangelisch - lutherischen Gemeinen in Preußen" mehrere Aufsätze über die Lehre des tausendjährigen Reichs und der künftigen Bekehrung der Juden geliefert. In Venselben ist freilich die erstere Lehre mehr bestritten und als eine irrige dargestellt, die in der heil. Schrift keinen Grund habe; die letztere aber, die Lehre von der künftigen Bekehrung der Juden, ist bisher als biblische Lehre anerkannt, behauptet und vertheidiget worden, mit Ausnahme eines einzigen Pastors, der einen scharfen Protest erhoben hat. Derselbe führt nämlich in einem Briefe an den Herausgeber des Kirchenblattes mehrere lutherische Autoritäten an, die „diese Hoffnung einer Maffenbekehrung der Juden vor dem Ende der Welt" nicht hatten; und mit Berufung auf Schmidt in seiner Darstellung der alt-lutherischen Glaubenslehre, sagt er: „die bei weitem größte Mehrzahl von Theologen verwerfen" eine solche Meinung. „Die Stelle Röm. 11, 25., die den ersten Rang in der Frage der Judenbekehrung einnimmt, ijk von jeher," wie er sagt, „unter Lutheranern strittig gewesen." Nachdem auch er sich bemüht, in die Worte des Apostels ein geistiges Israel hineinzubringen, wobei er aber doch selbst zu fühlen scheint, daß seine Erklärung nicht befriedigen noch weniger überzeugen möchte, schließt er seinen Artikel mit den Worten: „Ich mache keinem Vorwürfe, der die Worte des Apostels anders verstehen zu müffen glaubt; aber ich verbitte mir auch die Zudringlichkeit eines jeden, der mir seine Auslegung wie einen Glaubensartikel aufdrängen will, der mir mein Schriftverständniß zur Sünde und Vermessenheit gegen den Herrn und sein Wort machen will. Ich will mir mein alt-lutherisches Recht freier, (auch von chiliastischen Hintergedanken freier) Schriftforschung gewahrt haben." DieserprotestirendeBrief war gegen den Inhalt einer früheren Nr., nämlich Nr. 19 desselben Blattes gerichtet, in welcher unter der Ueberschrift: „Die Bekehrung Israels betreffend" — ein Vortrag von P. Meeske in Luzine mitgetheilt wurde, den er in einer Bibelstunde über Matth. 10, 5. 6. gehalten hatte. Herr P. Meeske legt zunächst den geschichtlichen Gang dar, wie zuerst den verlornen Schafen des Hauses Israel die Predigt des Heils von Christo selbst und seinen Aposteln verkündigt