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Dibre Emeth · 1860-01-01 · 1-2 (1860) · page 9

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Journal
Dibre Emeth
Volume
16 (1860)
Issue
1-2 (1860)
Date
1860-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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9 Bibel ist nicht mit einer Silbe die Rede. Man sagt vielleicht, daß es sich von selbst versteht, der Religionsunterricht könne nur aus der Bibel geschöpft werden. Dies sich von selbst verstehen können wir nicht einsehen; wenn 1. Talmud, 2 Philologie und 3. moderne Sprachen, als Anhang auch noch die erakten und historischen Wissenschaften u. s. w. aufgezählt werden, warum verlautet kein Wort von der Bibel? Ist sie dem Herrn Rabbiner auch „abhanden gekommen" und darf und soll sie grade ihm auch noch ferner abhanden bleiben? Was man auch sagen mag, so viel ist offenbar, die Bibel ist eine große Nebensache, so sehr Nebensache, daß sie nicht des Rennens werth ist, N.B. unter den Anforderungen, die an den Rabbiner oder jüdischen Prediger gestellt werden. Wir wollen nur noch ein Zeugniß aus einem andern Werke anführen. Stern sagt in seiner Geschichte deö Judenthums S. 7: „Nicht gedankenlosen Glauben und willenlose Unterwerfung fordert das Judenthum von seinen Bekennern, sondern forschen und erkennen, prüfen und wählen ist das Wahrzeichen desselben, nicht den Worten und Vorschriften der Propheten sollten sie folgen, sondern das Licht ihres eigenen Geistes und die Stimme ihres eigenen Herzens sollten sie begreifen lernen; nicht vor seiner Einsicht sollten sie sich beugen, sondern Alle gleich ihm nachdem Prophetenthum streben, das Jedem zugänglich ist." Ferner heißt es Seite 11 von dem Propheten Elias: „Die reiche Ausstattung seines Lebens mit Wunderthaten und die offene Kundgebung eines fanatischen Hasses in seinem Wirken, gestatten ihm keinen Platz unter den Propheten des Judenthums, deren erhabenes Wirken wir bald näher kennen lernen werden." .Dann heißt es Seite 13: „Das Prophetenthum jenes Zeitalters — von Joel und Amos bis Maleachi, etwa von 800 — 400 der vorchristlichen Zeitrechnung — das mit dem früheren keineswegs gleich bedeutend ist, ist eine der großartigsten Erscheinungen der Weltgeschichte. Es hat Nichts zu thun mit der Weissagekunst und der Wunderthätigkeit des Heidenihums. Seine Prophezeihungen sind nur die Verkündigungen jenes großen klaren Blickes, der in den ersten Anfängen der Ereignisse schon ihren Verlauf und ihr letztes Ziel erkennt. Seine Wunder sind nur Zeugnisse der Heldenkraft,

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