Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 16 (1860)
- Issue
- 1-2 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 in welchem Ansehen und in welcher Achtung die Bibel bei den heutigen Kämpfern für das Judenthum steht. In Nr. 38, 185S der Allg. Ztg. d. I. findet sich ein Leit-Artikel überschrieben: „Die Anforderungen an den Rabbiner oder jüdischen Prediger." Der Vers, deffelben, allem Anschein nach Herr vr. Ph. selbst, saßt in diesem Anfsatz „die großen Anforderungen," die unter den gegenwärtigen „Zeitverhältnissen aufgestellt" und von der „Wirklichkeit selbst dictirt" werden, unter drei Rubriken zusammen, indem er sagt: „Denn mit Recht soll gegenwärtig der jüdische geistliche Beamte eine genaue Bekanntschaft mit dem Talmud und der ganzen rabbinischen Literatur wie seine Vorgänger besitzen, und es wird ihm zum Nachtheil gerechnet, und dient zur Beschädigung seines Ansehens, wenn er sie nicht besitzt/ ja er soll diese Literatur auch nach ihrer geschichtlichen Entwickelung kennen und sie vom literärhistorischen Standpunkte durchforscht haben, was nur bei sehr wenigen seiner Vorgänger der Fall war. Andererseits soll aber derselbe Mann eine philologische Bildung besitzen, die klassischen Sprachen und Literaturen, womöglich auch einige orientalische tüchtig studirt haben. Drittens muß er einige moderne Sprachen kennen und die allgemeine Literatur in umfassender Weise durchstudirt haben. Daß außerdem er sowohl in den eracten als in den historischen Wissenschaften bewandert sein müsse, daß namentlich eine naturwissenschaftliche Bildung ihm wünschenswerth sei, ist selbstverständlich." Das sind die Anforderungen an den Rabbiner oder jüdischen Prediger. Der Vers, sagt, man habe „schon öfter und zwar in satyrischer Weise die übermäßigen Anforderungen belächelt, welche die Gemeinden an das Wissen der Candidaten stellen;" was soll man aber thun, wenn ein Rabbiner selbst in den großen Anforderungen nicht Ein Wort davon sagt, daß der jüdische Prediger die Bibel kennen muß? Soll man das auch belächeln? oder ist das nicht vielmehr zu beweinen? Zeugt eine solche Darstellung der Anforderungen an den Prediger der jüdischen Gemeinden von Achtung oder von Verachtung des Wortes Gottes? Der Aussatz spricht besonders auch von dem Religionsunterricht in der Schule, den der Rabbiner nicht allein gründen, fördern und beaufsichtigen, sondern auch ertheilen soll. Aber von