Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 16 (1860)
- Issue
- 1-2 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2554541-2554702-2554703--03221-2559114- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
7 eine „Bibel-Anstalt" zu Stande gekommen ist; denn die Ansprüche, die an alle solche Anstalten gemacht wurden, sind unsers Wissens bisher stets so groß gewesen, daß denselben nicht nach Wunsch genügt werden konnte. — Traurig und betrübend ist es nur, daß ein solches Unternehmen, wie vie Herstellung und Verbreitung der Bibel ist/in diesem Falle aus so trüber Quelle kommt, aus bloßer Opposition gegen die christlichen Gesellschaften, aus dem unlautern Grunde des Hasses, der Verdächtigung und der tendenziösen Verfälschung; nicht aber aus Lust und Liebe zur Bibel, nicht aus dem Gott wohlgefälligen Verlangen und Wunsche, die armen Seelen, die im Jrrthum und Blindheit dahin gehen, zu dem Lichte der Wahrheit zu führen und ihnen auf den Weg des Lebens zu verhelfen. Wir sagten, daß diese "Begebenheit in den Augen Mancher den Schein haben möchte, als widerspreche sie unsrer vorhergehenden Behauptung, daß Israel dem niedrigen Materialismus huldige, und sich damit immer mehr von Jehovah seinem Gott entferne. Denn wenn sie so ernst und eifrig daran arbeiten, ihre eigene „israelitische Bibel-Anstalt" zu haben, wenn sie in dem erwähnten „Aufruf" erklären: „die Bibel ist den neueren Juden abhanden gekommen — sie müssen sie wieder haben," so zeuge ja dies deutlich von ihrem religiösen Sinn, wenigstens von Seiten derjenigen, die für eine solche Angelegenheit wirken. Wir können aber darum doch unsere Behauptung von der religiösen Gleichgültigkeit und dem weit verbreiteten Materialismus nicht zurücknehmen, ja auch nicht einmal in Bezug auf die, welche, wie Dr. PH. und andere Rabbinen, sich in dieser Angelegenheit so thätig bewiesen haben. Denn einmal steht es fest, daß, wie bereits gesagt, die Bibelanstalt nicht aus Lust und Liebe zum Worte Gottes hervorgegangen ist, sondern aus andern Beweggründen. Dann aber zeugen ja so viele Erscheinungen aus dem literarischen Gebiet Israels klar und deutlich davon, wie man die Bibel ansieht, wofür man sie hält und was man aus derselben macht. Wir haben in diesen Blättern bereits so manches derartige Zeugniß beigebracht; es wäre nicht schwer, eine Menge anderer aus verschiedenen Werken anzuführen, die ebenfalls klar darthun,