Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 16 (1860)
- Issue
- 1-2 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4 auch vor der Hand noch bald froh mit sehnsüchtigem, bald wieder betrübt mit getäuschtem Hoffen hingeht. Wer möchte dem armen Volke, wo es wirklich in Druck und Elend schmachtet und seufzet, nicht von Herzen wünschen, daß es aus dem Jammer herauskäme? Aber ist denn die Freiheit, die Emancipation, die Gleichstellung, die man mit aller Kraft, mit allerlei erdichteter Berechtigung erstrebt, in der That und im Wesen etwas Anderes, als der ordinäre Materialismus? Ist es denn mit diesem falschen und erlogenen „einerlei Recht für Alle" im Grunde auf etwas Anderes abgesehen, als auf eben dieselben Güter, die der gemeine und gewöhnliche Materialismus im Auge hat — den Vortheil? Muß nicht diese biblisch sein sollende Gleichheit eben so verderblich und zerstörend auf die Religion des Judenthums einwirken, wie der von den Rabbincn beklagte Materialismus? Israel nahm in der Vergangenheit seine Zuflucht bald zu Egypten, bald zu Assyrien, weil dort menschliche Macht, irdische Größe, zeitliche Herrlichkeit sie anlockte, statt ihr Heil bei Jehovah zu suchen. So ist es noch heute. Aber es ist ein furchtbares Wort, das der Prophet Jeremias 17, 5 solchem Israel zurufl: „Verflucht ist der Mann, der sich auf Menschen verläßt, und hält Fleisch für seinen Arm, und mit seinem Herzen vom Herrn weicht. Der wird sein wie die Haide in der Wüste, und wird nicht sehen den zukünftigen Trost; sondern wird bleiben in der Dürre, in der Wüste, in einem unfruchtbaren Lande, da Niemand wohnet." ' Dem Gesagten möchte auf den ersten Blick eine Begebenheit zu widersprechen scheinen, die wohl das Merkwürdigste und Wichtigste ist von dem, was sich im vergangenen Jahre auf dem Gebiet des Judenthums in Deutschland zugetragen hat; — wir meinen die Gründung einer „israeliiischen Bibel-Anstalt." Man wird sich erinnern, daß vor einiger Zeit — im Jahr 1858 — ein Rabbiner im Großherzogthum Posen ein sogenanntes Kainez-Kreuz — eine Art Kreuz t statt eines j- Käme; — unter einem Worte eirwr hebräischen Bibel-Ausgabe der Londoner Gesellschaft entdeckt hat. Diesen kleinlichen Druckfehler, der aber schon vor einigen Jahren von dem Korrekt« selbst entdeckt und daher in den späteren Ausgaben verbessert