Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 15 (1859)
- Issue
- 10-12 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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187 neue Waisenhaus für 300 Kinder zu bauen, da sagte man mir, wie wunderlich es doch sei, daß ich daran dächte, die Anstalt von 120 auf 300 Kinder auszudehnen, da ich doch in den vorhergehenden Jahren jeden Tag mit Gebet und Flehen hatte warten müssen auf die Gaben für die täglichen Bedürfnisse. Und dennoch geschah es, daß der Herr mir alles gab/ was ich bedurfte für meinen damaligen Baufonds, obgleich er sich auf nicht weniger belief als auf 15,055 Pfund, ja ich hatte noch 766 Pfund übrig. Dazu waren aber-auch alle die laufenden Unkosten während derselben Zeit regelmäßig eingekommen, und ich konnte den neuen Haushalt beginnen mit 500 Pfund in meinen Händen, während ich, ehe ich daran dachte, jenes große Haus zu bauen, selten, sehr selten bis 100 Pfund in Händen hatte, ja oft, sehr oft kaum 100 Groschen. Ebenso ist es mir auch diesmal gegangen. Während die Mittel zu dem neuen Baufonds eingingen, durfte ich zu gleicher Zeit die nöthigen Gaben für die laufenden Ausgaben entgegen nehmen, und die betrugen für die Waisen allein 26,249 Pfund, und für die andern Zwecke, als Mission, Schulen, Bibelverbreitung u. s. w. 25,670 Pfund, also zusammen 51,919 Pfund (etwa 330,000 Thaler). Dazu kam also nun der Baufonds mit 35,000 Pfund (etwa 240,000 Thaler) und doch behielt ich, als am 12. November das neue Haus für weitere 400 Waisen eröffnet ward, noch 2292 Pfund in Händen für den Beginn der neuen Haushaltung. Siehe, geschätzter Leser, wie der Unglaube zu Schanden gemacht und der natürliche Verstand beschämt wird. Hätte ich nach eigner Willkür, zu eigner Ehre, oder aus irgend welchem selbstischen Grunde diese Vergrößerung unternommen, oder wäre ich nicht vom Herrn zu diesem Werk berufen gewesen, oder hätte irgend welche Argheit dabei in meinem Herzen bewahrt, so wäre mein Gebet, so. unablässig und dringlich es auch gewesen sein möchte, doch ohne Erhörung geblieben. Ich hebe dies besonders für die jüngeren christlichen Leser hervor^ aber auch für ältere Gläubige, deren Glaube noch schwach ist, damit sie auch auf diesem Wege gefördert werden aus dem Wege des Lebens. Die Methode, die ich befolge, ist aber diese: Ich wende mich niemals an einen Menschen, weder persönlich noch durch Briefe; auch habe ich keine