Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 15 (1859)
- Issue
- 10-12 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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181 eine sogenannte „ Bibelkenntniß - Verbreitungsanstalt" gegründet, die ihre Wirksamkeit nicht bloß über Bristol und Umgegend, sondern über die ganze Erde ausdehnen möchte. Diese Anstalt hat seit 1840 bereits 7 Millionen christliche Bücher und Tractate, und für circa 30,000 Thaler heilige Schriften verbreitet, hat in christlichen Tages¬ und Sonntagsschulen 10,000 Kinder unterrichtet und 3000 Erwachsene; ste unterstützt jetzt 82 Missionare, welche unter Ungläubigen aller Art, Heiden, Juden und Christen das Evangelium predigen; nicht bloß in England, Schottland und Irland, sondern in Belgien, Frankreich, Schweiz, Sardinien, in Neuschottland und Kanada, in Ost- und Westindien, in China und im brittischen Guiana. Seit 1834 ist für die Mission ausgegcben etwa 175,000 Thaler. Die Jahreseinnahme für die genannten missionarischen Zwecke betrug in dem letztvergangenen Jahre circa 42,000 Thaler. Die Hauptsache aber bleiben immer die Waisenhäuser. Zwei sind bisher gebaut, für 700 Kinder, und ein drittes ist jetzt im Bau begriffen, so daß die Zahl der Waisenkinder auf 1000 gebracht werden wird. In Bezug auf die Aufnahme wird eine eigenthümliche Methode befolgt. Die Kinder werden nemlich in der Ordnung ausgenommen, in welcher ste angemeldet sind; keins wird vorgezogen, keins zurückgesetzt, auch durch Anerbieten bedeutender Summen kann die Aufnahme eines Kindes nicht erwirkt werden, wenn nicht an ihm die Reihe ist. Die einzige Bedingung ist, daß die Kinder ehelich geboren und beide Eltern todt sind. Nach ihrer Religion oder Confessio» wird, nicht gefragt. Alle ohne Ausnahme erhalten aber eine streng christliche Unterweisung und zwar nicht nach den Sonderbekenntniffen irgend einer Kirche oder Sitte, sondern leviglich auf Grund per heiligen Schrift. Es ist übrigens nicht zu verkennen, daß der Gründer aller dieser Anstalten, wiewohl er erklärt, selber keinerlei Sekte anzugehören, doch durchgängig von darbystischen Anschauungen erfüllt ist, und den Grundsätzen der Plymouthbrüder folgt. Nach diesen Grundsätzen hält er es für unerlaubt, irgend einen Menschen um irgend eine Unterstützung zu bitten, weder direkt noch indirekt. Er stellt keine Sammlungen an, fordert nicht zu Beiträgen auf, nimmt keine Einzeichnungen oder Versprechungen