Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 15 (1859)
- Issue
- 10-12 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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180 wird, dessen Werke heute noch als Zeugnisse seiner Liebesthätigkeit dastehen. Dieser Mann ist August Herrmann Franke, der Gründer und Erbauer des großen Waisenhauses in Halle. Doch lassen wir nun die Mittheilung über einen andern ähnlichen Glaubenshelden aus unserer Zeit folgen, wie wir dieselbe unter der eben hingesetzten Ueberschrift in dem Misstonsblatte des Rheinisch-Westphälischen Vereins für Israel lesen. Sie lautet also: Der Name deS theuern August Hermann Franke ist noch in aller Munde, als der Name des großen Glaubensmannes, der ohne alle irdischen Mittel, lediglich durch Gebet und Glauben, das große höllische Waisenhaus und die übrigen großartigen Anstalten aufführte, die noch jetzt nach ihm genannt find. Auf sein Gebet hin schickte ihm der reiche Gott täglich das Geld ins Haus, große Gaben und kleine, aus der Nähe und Ferne, von Bekannten und Unbekannten, nie im Ueberfluß, sondern immer dem augenblicklichen größeren oder geringeren Bedürfniß angemessen, oft erst, nachdem alle Kassen bereits geleert waren und wirkliche Verlegenheit da war, oft auf längere Zeit im Voraus. Es stnd seitdem zwar nicht viele, aber doch etliche andere Glaubensmänner da gewesen, die in ähnlicher Weise, ohne alle Fonds, aber in der Kraft des Gebets und in der Zuverficht des Glaubens ähnliche Werke der Liebe und des Dienstes im Reiche des Herrn begonnen und zu Stande gebracht haben, und manche unter ihnen leben noch und stnd uns in Deutschland wohl bekannt. Aber unbekannt wird es den meisten Lesern sein, daß auch in England, in Bristol, einer unserer Landsleute ein ganz ähnliches Glaubenswerk unternommen und seit 25 Jahren durchgeführt hat. Sein Name ist Georg Müller. Wir dürfen wohl in diesen Blättern auf ihn aufmerksam machen, denn er war eigentlich ein Judenmissionar. Wenigstens ist er mit der Absicht nach England gegangen, sich dort für die Mission unter Israel auszubilden. Wie lange er aber mit der Judenmissionsgesellschaft in Verbindung gestanden, wo und wie er in ihrem Dienst gearbeitet hat, weiß ich nicht zu sagen. Er hat aber seit nun circa 30 Jahren in Bristol eine selbständige Stellung eingenommen, und statt selbst als reisender und lehrender Judenmisstonar zu wirken, hat er neben seinen drei großen Waisenhäusern