Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 15 (1859)
- Issue
- 10-12 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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179 Ein A. H. Franke in Bristol. Die Juden berufen sich zum Beweise ihrer Gottesfurcht und der Erfüllung des Gesetzes gar oft auf ihre Werke der Liebe und sprechen es gradezu aus, daß kein anderes Volk in der Welt ähnliche Werke aufzuweisen habe. Es fällt uns nun gar nicht ein, ihnen diese Werke streitig zu machen, im Gegentheil erkennen wir sie gern an; auch beneiden wir sie deswegen nicht, sondern freuen uns von ganzem Herzen darüber und würden uns noch mehr freuen, wenn ihre Werke der Liebe noch größer und glänzender wären. Allein wenn sie im Ernste meinen, daß wir Christen wirklich keine solche Werke der Liebe aufzuweisen hätten, so müssen wir ihnen ganz entschieden widersprechen. Wir wollen zum Beweise dieses ihres Jrrthums hier nicht auf die großen Summen, auf die Hunderttausende, ja was sage ich, auf die Millionen verweisen, welche die Christen zur Verbreitung der heiligen Schrift und der Erkenntniß Gottes, des einen wahren Gottes, des Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs, und somit des höchsten Gutes jährlich aufbringen; wir wollen auch nicht die große Zahl der Männer erwähnen, welche bei Ausführung dieses Werkes ihr Leben mit Freuden hingegeben haben oder noch bereit sind, es hinzugeben — und daß dies in derThat Werke der Liebe sind, wird wohl kein vernünftiger Mensch zu bezweifeln wagen —; wir wollen auch nicht Hinweisen auf die vielen Rettungshäuser und die andern zahlreichen Anstalten zur Linderung der Roth der leidenden Menschheit, die alle aus freier Liebeslhätigkeit hervorgegangen sind und erhalten werden, und denen man daher auch den Namen der Werke der Liebe nicht wird absprechen können; wir wollen auf alle diese und ähnliche Liebeswerke hier keine Rücksicht nehmen, sondern nur die Werke der Liebe, ja noch mehr, die Werke des Glaubens eines einzigen Mannes mittheilen und dabei den Israeliten die Frage vorlegen, ob sie auch solche Glaubenshelden aufzuweisen haben, und zugleich sie dringend bitten, uns dieselben zu nennen. Und dieser Mann, von welchem in dem Folgenden die Rede ist, steht keinesweges vereinzelt da, wie dies ja schon daraus hervorgeht, daß er mit einem andern Glaubenshelden verglichen 12*