Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 15 (1859)
- Issue
- 10-12 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554694-2554701--03198-2559091- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
178 die heilige Schrift alten und neuen Testaments so ausführlich redet, den sie uns Christen zur ganz besondern und ersten Misstonspflicht macht, der aber leider bis in die neueste Zeit herein von den Christen so unverantwortlich vernachläßigt und mit Verachtung behandelt worden ist, aus einer Synode von evangelisch-lutherischen Pastoren zur Besprechung kommt, das ist gewiß höchst erfreulich; aber es ist doch auch auf der andern Seite sehr betrübend, wahrnehmen zu müssen, daß solche Männer, falls sie die These IX. als richtig anerkannt und angenommen haben, einer so „willkührlichen" Eregese huldigen, um die Bedeutung und Wichtigkeit des Gegenstandes, die baS Wort Gottes ihm giebt, zu beschränken und zu verkleinern, wie die in diesem Artikel vorgelegten Proben deutlich zeigen. Da steht der alte ehrwürdige Stark mit seinem Bibelwerk doch in einem viel erfreulicheren Lichte da; er läßt Israel auch Israel sein, und ganz Israel ist ihm ganz Israel. Denn in der Umschreibung der vielbesprochenen Stelle Röm. 11, SS. S6. sagt er: „das ganze Israel, so eine große Menge, welche man mit dem Namen des ganzen Volks belegen kann;" und in der Anmerkung: „Und also nach allen zwölf Stimmen, insonderheit auch die zehn Stämme, welche zur Zeit Rehabeams von den übrigen.sich gctrennet, und nachmals gen Assyrien gefänglich weggeführet worden, ohne daß sie, wie die andern Stämme, wieder zurückgekommen. Daß aber nicht das geistliche Israel, sondern die Nachkommen Abrahams nach dem Fleisch allhier zu verstehen, beweiset Witsius mit folgenden Gründen." Es werden 4 Gründe angeführt, die wir dem Thesensteller, Herrn Pastor Diedrich und allen denen zum Nachlesen empfehlen, die rnit aller Gewalt überall ein geistiges Israel finden wollen. Der Herr erbarme sich seines leiblichen und geistigen Israel! Jedenfalls ist es aber offenbar, daß die künftige Bekehrung der Juden in immer weiteren Kreisen Anregung findet und darum wollen wir mehr auf das Erfreuliche als auf das Betrübende sehen, denn der Herr wird doch, trotz aller Schwierigkeiten und Widersprüche, zuletzt das verheißene herrliche Ende herbeiführen; denn der es verheißen hat, ist treu, welcher wird es auch thun. —