Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 15 (1859)
- Issue
- 10-12 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2554541-2554694-2554701--03195-2559088- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
175 l Aber gesetzt auch, es wäre in all den Stellen, die der Verfasser angeführt hat „nichts Gewisses oder Deutliches" über diesen Punkt enthalten, so wird doch einige Andeutung oder Anspielung zugegeben, und dieses Dunkle oder wie man es nennen mag, ist wohl eben das in den bezeichneten Versen. Könnte man sagen: die Stellen enthalten Nichts von einer Rückkehr, das wäre etwas. Aber gesetzt auch: diese Stellen enthielten gar Nichts über diesen Gegenstand, so wäre ja damit die Sache noch keinesweges abgethan; denn nicht alle Lehrsätze sind in einer jeden Stelle zu finden; nicht alle Weissagungen handeln von einem leidenden Messias, und nicht alle von einem herrlichen. Wir könnten außer Hes. 37. und Zeph. 3. im alten Testament noch viele Stellen anführen, verweisen aber nur noch aus die bereits angeführten Jes. 62 und Jer. 31., Im Neuen Testament fehlt diese Lehre auch nicht, denn Apostelgeschichte 1, 6. 7. läßt sich schwerlich so spiritualisiren, daß ein heidnisches oder heidnisch-jüdisches Reich herausgebracht würde. — Mehr aber, als die Behauptung in der dritten Anmerkung, wundert uns noch eine frühere, da es nach Anführung der Weissagungen Zeph. 3 und Hes. 37. heißt: „Sehr ungewiß ist dies dagegen von Zach. 12,10., da mit den Bürgern zu Jerusalem nicht nothwendig Juden gemeint sein müssen." Was für Leute „nothwendig" unter den „Bürgern zu Jerusalem" verstanden werden müssen, wenn es nicht Juden sein sollen, hat uns der Verfasser nicht gesagt und wir können es daher auch nicht wissen. Nach den gegenwärtigen Verhältnissen kann man an Araber, Türken, Engländer, Deutsche, aber auch an Juden denken, denn alle diese und noch andere Völker sind wohl gegenwärtig dort vertreten. Wenn aber der Verfasser sagt, es „müssen nicht nothwendig Juden gemeint sein," so giebt er doch zu, daß dies jedenfalls sehr nahe liegt, daß cs sehr wahrscheinlich ist, daß eine solche Annahme Vieles für sich habe. Und wenn nun keine andere Nothwendigkeit vorhanden ist, durchaus an andere Personen zu denken, warum will man denn die Stelle so „sehr ungewiß" finden für den fraglichen Gegenstand? Die Ursache kann wohl kaum eine andere sein, als wieder die im Vorhergehenden erwähnten beiden Umstände, daß in dieser Weissagung abermals