Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 15 (1859)
- Issue
- 10-12 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554694-2554701--03193-2559086- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
,73 Myriaden Juden gläubig zur Zeit der Apostel; so bald nun gläubige Heiden hinzukamen, war ja dies geistige Israel vorhanden. Es sind auch im Laufe der Jahrhunderte immer wenigstens Einige aus Israel hinzugekommen, wie ja auch der Apostel in diesem Capitel bezeugt, indem er von einer theilweisen Blindheit Israels spricht, und etwas Anderes als eine theilweise Bekehrung der Juden will ja auch der Verfasser in Zukunft nicht zugeben. Wenn auch in Zukunft durchaus nicht mehr Bekehrungen unter Israel stattsänden, als bisher, so könnte dennoch gar nicht gesagt werden, daß „nur gläubige Heiden selig würden," abgesehen davon, daß schon zur Zeit des alten Testaments eine große Schaar gläubiger Israeliten vorhanden war. Uebrigenö ist auch der ganze vorhergehende Theil des Capitels einer solchen Auffassung entgegen, denn wo wäre angedeutet, daß der Apostel darthun wolle, was „das ganze und volle Israel sei?" Das ist wiederum in den Tert hineingelegt. Alle solche Erklärungen sind zu gezwungen und bekunden zu deutlich vorgefaßte Meinungen. Man trete doch, wie der Recensent der Diedrich'schen Schrift sagt, unbefangen und ohne Vorurtheil an die Auslegung dieses' Capitels, und wir werden wahrlich nichts verlieren, wenn wir nicht bloß bedenklich gemacht, sondern auch zu der Kenntniß und Ueberzeugüng geführt werden, daß ganz Israel noch wird bekehrt und selig werden; denn so ihr Verlust der Welt Versöhnung ist, was wird ihre Wiederannahme anders sein, als ein Leben aus den Todten? Unter den alttestamentlichen Stellen, die in den Anmerkungen der These für die künftige Bekehrung Israels angeführt sind, vermissen wir die beiden Hauptcapitel Jes. 62. und Jer. 31; indeß darüber läßt sich mit dem Verfasser nicht rechten, da er ja selbst sagt, daß er nur „besonders" einige angeben wolle; zudem dürfte er wohl auch auf dem alttestamentlichen Gebiete nicht Alles auf das leibl. Israel beziehen, was wir von demselben verstehen, weil sich sonst die „allgemeine" Bekehrung noch stärker aufdringen-möchte. Wir müssen uns sogar wundern, daß er z. B. Hesek. 37. noch als sekundäre Beweisstelle anführt, da sich grade in diesem Capitel dieselbe Bezeichnung füs^ die künftige „allgemeine" Bekehrung Israels