Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 15 (1859)
- Issue
- 10-12 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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171 gesagt, daß alsdann ganz Israel, d. h. das leibliche Israel soll selig werden, so hat auch der Thesensteller kein Recht, heute die Worte einzuschieben, daß „auch das noch übrige Israel sich bekehren wird," wenn er seinen Zusatz auch mit einem: „wenigstens theilweise" — zu mildern und zu verkleinern meint. Ueber eine solche Eregese kann man sich nur betrüben, und zwar um so mehr, da sie von einer Synode nicht, wie es billig gewesen wäre, eine entschiedene Mißbilligung erfahren hat, sondern scheint gut geheißen worden zu sein. Schon das Gesetz sagt: Du sollst nichts hinznthun und nichts davon weglassen; und Salomo sagt Spr. 30, 6. Thue nichts zu seinen Worten, daß er dich nicht strafe, und werdest lügenhaftig erfunden. Das Wort des Herrn bedarf auch hier keines solchen ergänzenden Satzes, es sei denn für solche, die um jeden Preis eine allgemeine Bekehrung der Juden aus der Bibel entfernen wollen, denn hier ist nun einmal klar und deutlich gesagt: Blindheit ist dem leiblichen Israel widerfahren, so lange bis die Fülle der Heiden eingegangen ist, und „so wird das noch übrige Israel" nicht etwa „wenigstens theilweise," sondern „das ganze Israel sich bekehren unv selig werden." Ist es nun schonnach dem Zusammenhänge mitdemvorhergehenden Theil des Capitels unbestreitbar, daß „das ganze Israel" in Vers 26 sich nur auf das leibliche Israel, auf das Israel nach dem Fleisch beziehen kann, so wifd diese Wahrheit durch das, was diesen Worten unmittelbar folgt, noch um so mehr bekräftiget und begründet. Denn der Apostel fügt für seinen Schluß, zu dem er gekommen ist, indem er sagt: „Und also das ganze Israel selig werde," eine Beweisstelle aus dem alten Testament mit den Worten hinzu: „Wie geschrieben stehet: Es wird kommen aus Zion, der da erlöse, und abwende das gottlose Wesen von Jakob, und dies ist mein Testament mit ihnen, wenn ich ihre Sünden werde wegnehmen." Durch dieses: „Wie geschrieben steht," kann doch unmöglich der Apostel etwas Anderes begründen und erweisen wollen, als den eben ausgesprochenen Satz. Handelt dieser nun, wie der Thesensteller behauptet, von dem geistigen Israel, so muß dieser Ausspruch auch von dem geistigen Israel handeln. Sollte aber wirklich der Thesensteller oder Herr Pastor Diedrich oder überhaupt ein Gegner