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Dibre Emeth · 1859-01-01 · 10-12 (1859) · page 24

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Journal
Dibre Emeth
Volume
15 (1859)
Issue
10-12 (1859)
Date
1859-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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168 schon zugeben, daß eine künftige Bekehrung Israels verheißen ist, so ist man nun wenigstens auf seiner Hut, diese Bekehrung ja nicht zu weit auszudehnen, so daß sie eine „allgemeine" sei und werde und „ganz Israel" betreffe; sondern eS muß eine „theilweise" sein. Und so sehr man sich auch sonst immer auf das klare, unzweideutige Schriftwort beruft und sich einer buchstäblichen und genauen Auffassung desselben rühmt, während man sie Andern streitig macht, an diesem Punkte, an diesem Kapitel, ist eine solche Auffassung zu Ende. Die Worte des Apostels sind so einfach, deutlich und klar, baß ein Kind sie verstehen kann, aber die Männer müssen viele Künste suchen, um das Klare unklar zu machen, Etwas hinwegzuleugnen, was da ist, und ein Anderes hineinzulegen, was eben nicht darinnen ist. Was thut unser Thesensteller um Röm. 11, 25,86 nicht lehren zu lassen, daß wir eine allgemeine Bekehrung der Juden zu erwarten haben? Die Worte des Apostels lauten nach unserer lutherischen Uebersetzung also: „Blindheit ist Israel eines Theils widerfahren, so lange bis die Fülle der Heiden eingegangen sei, und also das ganze Israel selig werde." Diese Uebersetzung hat der Thesensteller auch selbst als richtig anerkannt, und dieselbe durch seine Bemerkung: „Allerdings bezeichnet hier houto so und nicht daß" — bis auf die kleinste Partikel gut geheißen, man brauchte etwa nur für: „Also" ein „so" zu setzen, und zu lesen: „und so das ganze Israel selig werde." Wir meinen, diese Worte seien nun auch eben so verständlich, wie sie richtig sind. Allein der Thesensteller besorgt, sie möchten nicht verständlich sein, denn er hält es für nöthig, den klaren Worten erst den rechten Sinn zu geben, und darum sagt er: „Der Sinn ist dieser: Das erste Israel" u. s. w. Wir müssen aber sagen, daß sein Sinn ein ganz fremder und falscher ist, den er nur dadurch erreicht, daß er einen ganzen Satz zwischen V. 85 und 86 einschiebt; denn er sagt: „nachdem die Fülle der Heiden eingegangen ist, wird auch das noch übrige Israel (wenigstens theilweise) sich bekehren, und erst so wird das ganze Israel nach dem Geiste, d. i. das ganze von Gott zur Seligkeit verordnete Volk, selig werden." Man kann nicht sagen, daß die hier mit lateinischen Buchstaben gedruckten Worte eine bloße Erklä-

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