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Dibre Emeth · 1859-01-01 · 10-12 (1859) · page 23

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Journal
Dibre Emeth
Volume
15 (1859)
Issue
10-12 (1859)
Date
1859-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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167 ren, denn die ist in der „Hauptstelle" nicht begründet. Nur unter dieser Annahme ist die unsichere Behauptung, daß 2 Cor. 3, 16 „wohl" die Hauptstelle sei, erklärlich; denn der Thesensteller will nicht die Hauptstellen für die Frage namhaft machen, welche die bisherigen Vertheidiger der Lehre anführen, sondern er bahnt ihnen entgegen eine andere Behandlung der Frage an, man will allenfalls eine „Bekehrung" der Juden zugeben, nur nicht eine „allgemeine;" und bei dieser Behandlung der Frage, wird es nun darauf ankommen, ob 2. Cor. 3, 16 als Hauptstelle anerkannt und zu Grunde gelegt wird. Es ist uns schmerzlich, diese Wahrnehmung zu machen, aber wir werden sie leider im Folgenden bestätigt finden. Die zweite Anmerkung führt als sekundäre Beweisstellen zunächst Röm. 11, 23---26 an. Wir freuen uns in dieser Anmerkung zum Theil eine bessere und richtigere Erklärung zu finden, als bei Diedrich, denn jedenfalls giebt der Thesensteller zu, daß es noch ein „Israel nach dem Fleische" gibt, nicht bloß „ein loses Gesinde," eine bloße „Judenschaft." Diesem „Israel ist zum größeren Theile Blindheit widerfahren, doch nicht für immer." So weit stimmen wir mit dem Verfasser überein. Wenn cs aber dann in der Angabe „des Sinnes" weiter heißt: „Penn nachdem die Fülle der Heiden eingegangen ist, wird auch das noch übrige Israel (wenigstens theilweise) sich bekehren, und erst so wird das ganze Israel nach dem'Geiste, d. i. das ganze von Gott zur Seligkeit verordnete Volk, selig werden" — so können wir nur mit Bedauern und Verwunderung sehen, wie die Unsicherheit und Unbestimmtheit auf einmal zu einer so traurigen Klarheit wird, die unsere obige Behauptung von der Absichtlichkeit des Verfassers leider bestätigt. Diese Stelle Röm. 11 ist, wie es scheint, der große Stein des Aergerniffes -und Anstoßens. Man hat sich einmal in dem Vorurtheil, in der vorgefaßten Meinung festgerannt, daß gar keine Bekehrung der Juden mehr zu hoffen und zu erwarten sei; davon muß man nun aber doch nach und nach abkommen, man muß sich nun schon einmal darein ergeben, daß dieses „lose Gesinde, den Zigeunern ähnlich," doch noch Hoffnung, und ein Wort der Verheißung hat. Muß man aber

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