Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 15 (1859)
- Issue
- 10-12 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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147 erwarten haben, beschäftigt in unfern Tagen die Gemächer unter Theologen und Laien weit mehr, als dies in früher» Jahren der Fall war. — So ist auch namentlich die Aufmerksamkeit der Christen seit einer Reihe von Jahren besonders aus den Orient und speciell auf Palästina gerichtet worden, wie nicht nur die mancherlei Anstalten und Unternehmungen beweisen, die in Jerusalem und andern Orten zur Förderung des Christenthums zu Stande gekommen sind; sondern auch die vielen Reisen, die namentlich von Theologen dorthin unternommen werden, die'ihre Erfahrungen in besonderen Reisebeschreibungen mitgetheilt haben, und auch die sogenannten Jerusalems-Vereine, die an einigen Orten entstanden sind. — In dem allgemeinen Kirchengebete wird allsonntäglich um die Förderung der christlichen Missionssache unter Heiden und Juden gebetet, daß die Zeit bald herbeikommen möge, wo die Fülle der Heiden eingeht und ganz Israel zu Christo Jesu bekehrt selig werde. — Am 10. Sonntage nach Trinitatis, welcher bekanntlich an die traurige Begebenheit der Zerstörung Jerusalems erinnert; wird seit mehreren Jahren laut kirchlicher Verordnung über die Bekehrung Israels in den christlichen Kirchen gepredigt. — Der evang. Verein in Breslau — nicht zu verwechseln mit dem Zweig-Verein des Elberfelder Evangel. Vereins— hatte im Februar 1858 bei zwei verschiedenen Versammlungen die Frage zum Gegenstand einer Abhandlung und Besprechung: Warum bekehren sich die Juden nicht? Wenn wir auch natürlich weit entfernt sind, in der Beantwortung dieser Frage mit jenem Redner zu gehen, der dieselbe behandelte, und sich dahin aussprach, daß die christliche Lehre von der Dreieinigkeit, wie sie in unfern Glaubens-Bekenntnissen und Dogmatiken enthalten ist, das Haupthinderniß wäre, an dem sich die Juden stießen, und das darum beseitigt werden müsse: so ^freuen wir uns doch, daß eine solche Frage einer solchen Beachtung gewürdigt wird; und so betrübend es ist, in einem sogenannten ev. Verein solche Grundsätze zu vernehmen, so ist es doch erfreulich, daß die Bekehrung der Juden ein Gegenstand der allgemeinen Aufmerksamkeit wird. Wir wollen uns hier besonders mit zwei freilich kleinen litterarischen Erscheinungen beschäftigen, die leider auch an sich betrübend 10*