Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 15 (1859)
- Issue
- 10-12 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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146 zur Mission unter Israel. Da ist es nun nicht zu leugnen, daß in unserm deutschen Vaterlande sich bisher nicht Vieles, am allerwenigsten Ersreulicheö sagen ließ; denn wiewohl bereits vor mehr als 100 Jahren in Halle eine Judenmission begründet wurde, auch einige Missionare von dort auSgingen, die den Juden in verschiedenen Ländern das Evangelium von Jesu Christo predigten: so hat doch die Angelegenheit noch keinesweges ein solches Interesse, weder in der lutherischen noch in der reformirten Kirche gefunden, wie das seit dem Anfänge dieses Jahrhunderts in England der Fall ist. Es bestehen allerdings in Deutschland einzelne Vereine für Israel, die entweder durch die Verkündigung des Evangeliums auf die Juden zu wirken bemüht sind, oder die sich der bereits zum Christenthum übergetretenen Israeliten in leiblicher und geistiger Hinsicht annehmen; allein manche dieser Vereine sind wohl wieder eingegangen, andere führen ein kümmerliches Dasein und finden nicht die Theilnahme, die ihnen zu wünschen wäre. Dennoch muß man sagen, daß der Gegenstand der Judenmission in neuerer Zeit eine regere und ausgedehntere Theilnahme gefunden und ein lebendigeres Interesse erregt hat; und da nach den unleugbaren Zeugnissen und Aussprüchen der heiligen Schrift die Bekehrung der Juden in ber letzten Zeit erfolgen soll: so betrachten wir die Aufmerksamkeit, die je länger desto mehr von den verschiedensten Seiten her der Nation der Juden und ihrer Bekehrung zu Christo geschenkt wird, als Zeichen der Zeit. Der todte JndifferentiSmus, der in dieser Beziehung bis in die neuesten Zeiten herab geherrscht hat, ist nichts Erfreuliches; und wenn auch nicht jede Regung und Bewegung als eine erfreuliche begrüßt werden kann; so ist sie es doch insofern, als sie von Leben zeugt, und Leben besser ist, qls der Tod. Als ein solches erfreuliches Zeichen der Zeit ist es anzusehen, daß seit einer Reihe von Jahren der prophetische Theil des Wortes Gottes und überhaupt das alte Testament aus seiner Vergessenheit hervorgesucht wird, und in ganzen Bibelwerken, wie in einzelnen Schriften und Abhandlungen die Berücksichtigung und Beachtung findet, die ihm in so hohem Grade gebührt. — Die Eschatologie oder die Lehre von den Dingen, die wir in der letzten Zeit noch zu