Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 15 (1859)
- Issue
- 8-9 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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140 welche nur durch äußere Zwangsmittel zu überwinden seien, trotz der Erfahrung, welche deren Unzulänglichkeit genügend beweist. Wir wünschen dem Dr. Biesenthal und seinen Gesinnungsgenossen Glück dazu, daß sie den rechten Weg der Versöhnung einschlagen, welcher jedenfalls einen dauernden Frieden und eine gegenseitige freundliche Annäherung vorzubereiten sich eignet. Dr. I. M. Jost. Missionsnachrichten. — Constantina in Nordafrika. Herr Gins bürg schreibt von einer Jahresfeier auf einem jüdischen Kirchhofe: Während ich am Fluß Rousnel vor einem Dickicht von Feigenbäumen stand, sagte ich zu drei vorübergehenden Herren: „Es ist schade, daß die ausgedehnten Ufer auf beiden Seiten des Flußes mit solchen Bäumen bewachsen sind, da hier sehr guter Wein gebaut werden könnte." Ihr Anzug und ihre Sprache waren französisch, aber es lag ein Etwas in ihrer Antwort, das mich vermuthen ließ, sie wären keine Franzosen. Ich fragte sie, was sie für Landsleute wären und hörte zu meinem Staunen, daß sie Juden aus Algier seien. Es war ein sehr angesehener Kaufmann mit seinen 2 Söhnen. Sie sagten, daß sie mich sehr gut kannten, und hörten mich hebräisch sprechen. Auf meine fernere Frage, wohin sie gingen, erwiderte Herr V. — auf den Kirchhof, denn es ist der erste Jahrestag nach dem Tode meiner Frau; dabei war er so bewegt, daß ihm einen Augenblick die Stimme versagte, dann fügte er hinzu: Der Mutter dieser beiden jungen Leute. Ich wollte sie nun eine kleine Strecke begleiten und dann umkehren, um sie in ihrem religiösen Vorhaben nicht zu stören; aber sie erklärten, es würde ihnen sM angenehm sein, wenn ich mit ihnen zum Grabe ihrer Mutter Ohen wollte. Nachdem ich einige Trostsprüche aus dem Worte Gottes angeführt, und sie erinnert hatte, daß dies der Weg sei, den wir alle früher oder später gehen müßten, fügte ich einige Worte der Ermahnung hinzu, ihre Wege und ihr Leben zu bessern und wollte mich dann entfernen; aber sie drangen in mich, sie nicht zu verlassen.