Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 15 (1859)
- Issue
- 8-9 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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139 der unserer Ansicht nach an manchen Stellen glücklicher ausgedrückt sein könnte. Herr Biesenthal leitet sein Werk mit einer kurzen Lebensgeschichte des Paulus ein. Diese ist meisterhaft geschrieben und entfaltet zugleich eine, sonst selten hervortretende, zarte Rücksicht auf Leser jüdischen Glaubens durch Fernhaltung anstößiger und das Gefühl verletzender Anspielungen und Ausfälle. Diese Form macht eben so sehr dem Herzen des Verfassers wie seiner ausgezeichneten Gewandtheit im Gebrauch der hebräischen Sprache Ehre. Der Commentar überbietet alles, was bisher in ähnlicher Beziehung versucht worden, um nachzuweisen, daß die Christologie nicht etwa blos in den alten Prophetien durchweg die Darstellung beherrscht und die Erscheinung Christi die Zwecke des Gesetzes erfülle; sondern auch die Aussprüche der Rabbinen aller Jahrhunderte in der Charakteristik des Messias mit der des Neuen Testaments übereinstimmen, wenngleich sie das Messtasthum Jesu nicht anerkennen. Nicht leicht dürfte ein schöneres, wahreres und für gläubige Gemüther wirksameres Mittel gefunden werden, um den Zwiespalt der beiden Religionen auf dem Gebiete der Begriffe auszugleichen. Wer nur einigermaßen mit dem jüdischen Schriftthum vertraut ist, muß dem Verfasser die Gerechtigkeit widerfahren lassen, daß er mit bewundernswürdiger Umsicht die einschlägigen Aeußerungen aus allen Werken der verschiedensten Richtungen und Ansichten herbeizieht, durch welche einerseits die kurze Ausdrucksweise des Paulus , welche aus dem Jdeenbereiche seiner Zeitgenossen hervorgeht und für sie der Erläuterung nicht bedurfte, näher beleuchtet, andererseits überhaupt die Symbolik des Christenchums denen, welche im Judenthum erzogen und sorgfältig unterrichtet worden, verständlich wird, so daß sie angeregt werden, näher darauf einzugehen und selbst zu prüfen. Die Erreichung dieses Zieles allein darf schon als ein Sieg betrachtet werden, und zwar ein Sieg nicht blos über die Abneigung der Juden, den Quellen des Christenthums ihre Aufmerksamkeit zujuwenden, sondern auch über die Vorurtheile der Christen, welche in de» Juden nur verhärtete Widersacher deö Christenthums erblicken,