Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 15 (1859)
- Issue
- 8-9 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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135 ganz falsches und ungerechtes Gericht erlaubt habt, sagt nicht nach obendrein gegen alle bekannte und offenkundige Wahrheit: wir habe» uns noch nie angemaßt über Eure Religiosität zu Gerichte zu sitzen. Denn das ist Lüge. Gegen diese Lüge sind die folgenden Bemerkungen gerichtet, und also durchaus nicht dahin gemeint, als wollten wir irgend einem Israeliten das Recht bestreiten und absprechen, über unfern christlichen Glauben zu urtheilen. Wir liefern hier mkr den Beweis, wie Dr. PH. in seiner Judenzeitung mit aller ihm zu Gebote stehenden „Thatkraft" Wahrheit, Recht und Liebe handhabt, Wir haben bereits oben am Schluß unserer Bemerkungen vom Recht eine Stelle aus den jüdischen Schriften angeführt, die den Beweis solcher Anmaßung liefert; wir wollen hier nicht erinnern an die Schmähungen und Lästerungen, die der Talmud gegen uns und unsere Religiosität enthält, und die zum Theil so gräßlich find, daß man sie in neuern Auflagen weggelaffen hat; wir wollen auch nicht erinnern an die vielen besondern Schmähschriften gegen das Christenthum, wie z. B. das verrufene Werk: Chiffuk Emunah, das erst in unfern Tagen wieder neu aufgelegt worden ist: wir wollen nur fragen, was soll denn das stete prahlende Reden, Schreiben und Predigen von der hohen Mission Israels, die ganze Welt und also doch auch uns Christen und „protestantische Pietisten" zur Erkenntniß Gottes zu bringen, wenn sich die Freunde und Verfechter dieser Mission nicht vorher „angemaßt haben" über unsere Religiosität zu Gericht zu sitzen?" Wollen sie eine Religion unterdrücken und ausrotten, die sie noch gar nicht kennen und noch nie beurtheilt haben? Das wäre in der That ein Beweis, nicht von „Thatkraft" sondern von Verstandesschwäche. Was besagen denn die Ausdrücke, die man in der letzten Zeit so oft findet von „feinem Heidenthum" und dgl.? Es ist auch noch erinnerlich, wie in einem frühem Jahrgange der Allgemeinen Zeitung des Judenthums, nämlich 1855 in Nr. 37. Seite 472, gesagt wurde: „Der Beruf der jüdischen Predigt (ist): 1) die welthistorische und menschengeschlechtliche Mission des Judenthums zu verkünden, zu beleuchten, zu erweisen; 2) polemisch gegen alles Heidenthum — außerhalb und in seinem Sch ooße -7aufzutreten, dem Materialismus sowohl als