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Dibre Emeth · 1859-01-01 · 8-9 (1859) · page 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
15 (1859)
Issue
8-9 (1859)
Date
1859-01-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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134 ,-Anmaßung" von ihrer Seite, die ihnen nicht zukäme. Fern sei es von uns, es ihnen verargen zu wollen unsre Religion zu untersuchen, zu beurtheilen. Wir können ja dies um so weniger, da wir unsre christliche Religion ihnen auf alle mögliche Weise nahe zu bringen suchen, da wir nicht nur das Neue Testament in deutscher, jüdischer und hebräischer Sprache ihnen vorlegen, sondern auch allerlei andere Schriften, in denen einzelne christliche Wahrheiten und Glaubenslehren näher entwickelt und beleuchtet werden. Und alle diese Schriften sind an sich selbst schon eine Aufforderung zu lesen, zu erkennen, „zu Gerichte zu sitzen" und zu urtheilen. Wir haben nie einen blinden Glauben verlangt, sondern wir begehren: Forschet in der Schrift, prüfet die christliche Lehre. Wenn daher orthodoxe oder Reformjuden uns und unsre Religiosität zum Gegenstände ihrer Beurtheilung machen, so entsprechen sie nur unserm Wunsche und Verlangen. Wir wünschen, sie möchten es nur recht viel und ernstlich.und eingehend thun, sie möchten dem traurigen und allgemein verbreiteten Jndifferentismus von Herzen entsagen und in lebendigem Interesse für ihr wahres Wohl die Religion zum Gegenstand ihres Denkens und Forschens machen. Aber was wir dabei wünschen ist dies: Zuerst mache man sich mit den christlichen Wahrheiten bekannt; man mache es nicht, wie die Judenzeitung sagt: wir haben zwar dies und das nicht gesehen oder gelesen, aber wir wissen doch schon, daß es schlecht ist, daß Licht zu Finsterniß gemacht wird. Das ist ein noch ärgeres als bloß anmaßendes Urtheil. Dann, nach Kenntnißnahme der Sache, richte man ein rechtes Gericht; man wäge und messe die christliche Religion nicht nach dem trüglichen Gewicht und Maß der menschlichen Vernunft, sondern nach dem Gewicht und Maß des Heiligthums. Alsdann aber, und das ist hier der eigentliche Punkt, wenn Ihr leider nicht unter Zugrundelegung der heiligen Schrift des alten Testaments; sondern vielmehr mit Verleugnung, Verdrehung, Hintenanstellung oder Jgnorirung derselben, nur mit Eurer durch, die Sünde verdunkelten Vernunft zu Gerichte gesessen, allenfalls über die Lehre des Neuen Testaments nach einer hie und da oder selbst häufig vorgekommenen Ausschreitung im Leben der Bekenner des Christenthums abgeurtheilt, und Euch aus diese Weise natürlich ein

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