Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 15 (1859)
- Issue
- 8-9 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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132 Volk auf die angegebene Weise dahin gelangt sei, müssen wir der Thatkraft deS Herrn vr. Ph. überlassen. Er möge nur einen auf Wahrheit ohne Zweideutigkeit gegründeten Bericht in seiner Juden- Zeitung abstatten. Wir haben längst und wiederholt um diese „glänzenden Commentarstücke" seiner Mission gebeten, bisher aber trotz aller Siege, die er erkämpft und von denen er berichtet, noch von keinem einzigen Volke gehört, das sich ihm zu Füßen gelegt und ihm die Ehre gegeben hätte, von ihm erleuchtet und zum Monotheismus geführt worden zu sein. Auf der letzten Seite der letzten Nr. seiner Judenzeitung von 1858 liefert der Herr Rabbiner noch zum Jahresschluß ein Beispiel seiner „Thatkraft" in Absicht auf „Wahrheit." Es heißt dort Seite 784 unter der Ueberschrift: „Großbritannien. Nach dem Jewish Messenger sprach der Bischof von London in der letzten Sitzung der englischen Missionäre über das Quartier Pellicoat" — soll heißen: Petticoat — „laue, welches vorzugsweise von Juden bewohnt wird, und bemerkte ausdrücklich, daß dasselbe in sittlicher Beziehung die Quartiere Saint Giles oder Wapping, die ausschließlich von Christen bewohnt werden, bei Weitem übertreffe. Er fügte hinzu, daß die Herren Missionäre daher besser thäten, sich mit dem zu beschäftigen', was in der Heimath vorgehe, als sich den Kopf mit Sorgen um das Ausland zu zerbrechen." Wir bemerken dazu: „Eine Sitzung der englischen Missionäre ist gradezu Unsinn und ein Unding. Wenn vr. PH. sagt, der Bischof von London habe erklärt, „die Herren Missionäre thäten besser, sich mit dem, zu beschäftigen, was in der Heimath vorgehe, als sich den Kopf mit Sorgen um das Ausland zu zerbrechen;" so tragen wir keinen Augenblick Bedenken, diese Worte für reine, freche Lüge zu erklären; denn der Bischof müßte gradezu ein Mann von solcher „Thatkraft" sein, wie vr. Ph., der im gröbsten Widerspruche mit sich selbst redete und handelte. Das ist und thut er aber nicht. Er ist ein warmer Freund und Beförderer der Mission. Aber solche Missionäre, wie vr. PH., die Alles der „Entwickelung" überlassen, wenn sie auch fortwährend vonMissionöeifer reden, könnenAndernsolcheWidersprüche zuschreiben und zutrauen, weil sie selbst in denselben befangen sind.