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Dibre Emeth · 1859-01-01 · 8-9 (1859) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
15 (1859)
Issue
8-9 (1859)
Date
1859-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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131 wenn so, warum verweist denn PH. und Konsorten immer auf die Aussprüche desselben? Man kann freilich eben so gut sagen, ja sie haben es verworfen, wie, nein, denn auf der einen Seite, wenn es ihnen paßt, berufen sie sich auf dasselbe, streichen es heraus; auf der andern Seite weisen sie es ab, „specialistren und localisiren" es, lassen es nur „hier und da einmal" als eine „Ausschreitung" auftauchen. Man meint, je kecker und unbefangener man die Lüge hinschreibt, desto eher wird sie als Wahrheit angenommen. Wir müssen sagen, daß die Verfasser jener verdammenden Grundsätze und eben so die orthodoren Juden, die an denselben festhalten, bei aller verdammenden Lieblosigkeit gegen uns Christen doch weit mehr Ehrlichkeit und Wahrheitsgefühl besaßen und besitzen, als unsre heutigen Reformjuden. Jene sind ehrlich genug frei und unvertzolen herauszufagen, was sie von uns Christen und allen Nichtisraeliten halten; diese aber rechtfertigen einerseits das mündliche Gesetz, und wollen uns dabei zugleich glauben machen, daß „das Judenthum die Religion der Toleranz geworden, als welche sie auch von großen nichtjüdischen Autoritäten anerkannt worden, wie z. B. von Lessing." Diese „Autorität" ist in der That „groß!" Wer aber keine größere für das „Lehrgebäude" seiner Religion auszuweisen hat, als eine solche, der thut wahrlich besser, sie ganz'zu verschweigen. — Man muß aber nur immer staunen über die Frechheit, mit der die gröbsten Unwahrheiten hingeschrieben werden. Ist wohl in dem ganzen „Lehrsatz." ein Gedanke, der eine lautere, reine Wahrheit enthält? Wo steht denn in der heiligen Schrift, daß Israel zu „nichts Anderem erkoren sei, als die Lehre des Einig-Einzigen Gottes für alle Welt und Zeit zu bezeugen , bis sein Name einzig sein wird auf der ganzen Erde?" Wo lehren denn die Propheten, daß die Völker nach und nach durch das Zeugniß Israels, die Entwicklung des Geistes und die Erfahrungen der Geschichte zur Erkenntniß Gottes kommen werden? Sonderbar genug, daß von dem Ausgange Israels aus Egypten an bis zur Zerstörung des zweiten Tempels, also in ohngefähr Zweitausend Jahren, noch kein einziges Volk zu dieser Erkenntniß gekommen war. Den Nachweis, daß seit jener Zeit bis heute, also abermals beinahe Zweitausend Jahre, ein einziges , 9*

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