Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 15 (1859)
- Issue
- 8-9 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Leben zum Vorschein kommen, wo keine vorhanden ist. Erst sehet einen guten Baum, dann kann man gute Früchte erwarten. In Nr. 51. Jahrgang 1858 findet sich als „leitender Artikel" unter der Aufschrift: „Ein Lehrsah der israelitischen Religion" mit der beigefügten Bibelstelle: „Siehe, alle Seelen find mein! (spricht der Ewige). JecheSkel 18, 4." ein Aufsatz, den wir mit seinen sprachlichen Fehlern genau wiedergeben wollen, er lautet-also: „Dieser Ausspruch des Propheten war eine der Grundlehren der Religion Israels von ihrem Beginn bis zu dem heutigen Tage. Alle Seelen find Gottes, alle Seelen haben den gleichen Antheil und Anspruch an Gott und die Seligkeit des jenseitigen Lebens. „Israel wird von der Schrift als das von Gott auserkorene Volk bezeichnet; d. h. aber nichts Anderes, als das Volk, welches die Offenbarung empfangen und die Lehre des Einig-Einzigen Gottes tragen und bezeugen sollte für alle Welt und alle Zeit bis zu dem Tage, wo „„wie der Ewige einzig ist, sein Name einzig sein wird auf der ganzen Erde."" Niemals aber wurde darum den Söhnen Israels gegenüber den anderen Menschen der Vorzug des Seelenheils und der ewigen Seligkeit zugesprochen; niemals wurden' die übrigen Menschen darum, weil sie nicht zu Israel gehören, von der Gnade Gottes für ausgeschlossen erklärt; niemals den Israeliten eS daher zur Pflicht gemacht, Proselyten zu sammeln und festzuhalten, oder irgend Mittel anzuwenden, zum Uebertritt zu ihrer Religion zu überreden oder zu zwingen. Vielmehr lehrten schon die Propheten ausdrücklich, daß die Völker nach und nach durch das Zeugniß Israels, die Entwickelung des Geistes und die Erfahrungen der Geschichte zur Erkenntniß und Anbetung des Einig-Einzigen Gottes kommen werden. Nirgends aber wird gelehrt, daß die übrigen Menschen, wenn nicht um frevelhafter Thaten willen, um ihres Nichtglaubens an den einzigen Gott verdammt würden; niemals wird gelehrt, daß die Israeliten schon um ihres Glaubens willen selig würden. Diese Lehre ist auch vom Judenthume treu festgehalten worden. Wenn ihm überhaupt die Lehre der Schrift, daß alle Menschen von einem Paare abstammen, auf die.Brüderlichkeit und Gleichberech-