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Dibre Emeth · 1859-01-01 · 6-7 (1859) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
15 (1859)
Issue
6-7 (1859)
Date
1859-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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95 raeliten in christliche Aemter und Würden gesetzt hat? Toleranz und so manches Amt genießen sie, haben sie es wohl für „ungerechte Liebe" erklärt, wenn ihnen von christlichen Königen und Kaisern auch noch so mancher Orden verliehen worden ist? Toleranz, Amt und Orden ist und wird gewährt, wird Herr vr. Ph. es nicht eine „ungerechte Liebe" nennen müssen, wenn gänzliche Emancipation gewährt würde? Zm Gegentheil, das nennt er Ungerechtigkeit, daß „die Parität der Confesstonen," die Parität des Christenthums und ReformjudenthUms noch nicht so recht zur That werden will. Warum hat denn Herr vr. Ph. es bis auf den heutigen Tag noch nicht für „ungerechte Liebe" erklärt, die schon vor mehreren Jahren von Reformjuden gefordert wurde, daß man um des Vorthcils willen für Israel das specifisch-christliche Element aus den christlichen Schulen entfernen solle? Und wenn heute aus unfern christlichen Kirchen das verhaßte Kreuz entfernt und jene den Reformjuden angeboren würden um z. B. an Orten, wo ste keine Synagoge haben, ihren Gottesdienst in den Kirchen halten zu können: würden ste es wohl für „ungerechte Liebe" erklären? Der Verfasser will offenbar nur seine tiefe, innere Verachtung gegen das Christenthum aussprechen, während er im Grunde und in der Wahrheit demselben nur ein anerkennendes Zeugniß ausstellen muß. Denn das scheint er zu fühlen, daß mit „den Ecken der Felder" und mit „dem Zehnten" noch nicht alle Gerechtigkeit erfüllt ist. Wiewohl er die christliche Lehre, daß man nicht nur den Rock, sondern auch den Mantel hingeben soll, so verwerflich findet, sagt er doch auch von seiner Liebe: ste giebt was sie hat, und behält nichts für sich." Herr vr. Ph. meint denn doch auch, die Liebe giebt nicht bloß den Zehnten; auch nicht bloß das Kleid, ja nicht bloß Kleid und Mantel, sondern auch Alles, was ste hat und behält nichts; nun sagt es aber der Herr Rabbiner Ph. und darum ist es auch nicht mehr ungerecht. Ist aber das eine ungerechte Liebe, die außer dem Kleide noch den Mantel giebt, so muß doch die noch viel ungerechter sein, die Alles giebt und gar nichts behält. „Auch die Liebe darf kein Unrecht thun und dulden, denn dies soll verschwinden von der Erden," fährt der Herr vr. fort. Daß

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