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Dibre Emeth · 1859-01-01 · 6-7 (1859) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
15 (1859)
Issue
6-7 (1859)
Date
1859-01-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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94 giebt? ist diese Liebe dieselbe, wie in Mose: Auge um Auge, Zahn um Zahn? oder isV dieselbe verschieden? Wenn wir auch gar nicht darauf eingehen wollten, zu fragen, wer hier der Redende ist, so ist doch so viel klar und gewiß, es muß eine Person sein, die dem Herrn Herrn gehorsam und angenehm ist, und kann dann die Liebe, die diese Person in ver Thal beweist, eine „ungerechte" sein? Für uns steht es fest, daß der, welcher hier spricht Vers 3—5: Ich kleide den Himmel mit Dunkel, und mache seine Decke als einen Sack. Der Herr Herr hat mir eine gelehrte Zunge gegeben, daß ich wisse mit dem Müden zu rechter Zeit zu reden. Er weckt mich alle Morgen, er weckt mir das Ohr, daß ich höre, wie ein Jünger. Der Herr Herr hat mir das Ohr geöffnet, und ich bin nicht ungehorsam und gehe nicht zurück — derselbe ist, welcher Matth. 5, 39. gesprochen hat, und der Jes. 50, 6. prophetisch verkündigt, was er später, nachdem er im Fleisch erschienen war, in seinem Leiden bethätigte. Will Dr. PH. diese Liebe eine „ungerechte" nennen, mag er es thun, jedenfalls geht sein Schmähen zunächst nur immer wieder auf die Lehre, die im Alten Testament enthalten ist. — Oder ist in den andern Worten: „so dir Jemand dein Kleid entreißt, reiche ihm auch den Mantel," eine Ungerechtigkeit von Seiten dessen enthalten, der solche Liebe übt? Bisher haben wir überhaupt noch nie gehört, daß Jemand, er sei Jude oder Christ, darüber geklagt habe, das Christenthum, das Neue Testament lehre eine ungerechte Liebe, sondern man hat vielmehr die Lehre von der Liebe bewundert und mit Achtung und Staunen von derselben gesprochen. Daß die Bekenner des Christenthums zu allen Zeiten in vielen Stücken der Lehre nicht nachgekommen find, das wollen wir gern bekennen. Soll aber die Lehre ungerecht sein, die sagt: „Wer dir den Mantel nimmt, dem wehre nicht auch den Rock zu nehmen, so möchten wir den Herrn Dr. fragen, was er denn wohl sagen würde, wenn man ihm, nachdem er schon so Manches im christlichen Staate erlangt hat, auch noch mehr geben würde? Würde er fich da wohl auch über Ungerechtigkeit beschweren? Toleranz war das Erste, um die man gerufen hat; sie ist schon lange gewährt; hat wohl Einer der Herren Reformjuden es für „ungerechte Liebe" erklärt, daß man auch diesen und jenen Js--

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