Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 15 (1859)
- Issue
- 6-7 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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SS verkündet in der Menschheit, wenn nicht die Religion Israels? Wer wandte das Herz des Menschen nach oben und sprach: Liebe den Ewigen, Deinen Gott, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Vermögen? Wer nach unten und sprach: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst; ehre Vater und Mutter; verbring in Liebe dein Leben mit deiner Gattin; liebet Euch, Zhr Verwandte; steh deinem Nebenmenschen nicht ab in der Lebensgefahr; laß die Ecken deiner Felder stehen für den Bedürftigen und reiche ihm den Zehnten deines Ertrages; hasse nicht sondern spende deinem Feinde Brot und Trank-die Religion Israels war es, die Religion ist es." — Die Gebote von der Liebe zu Gott und dem Nächsten, wie sie in der heiligen Schrift stehen, finden sich unsers Wissens in keiner heidnischen Religion. Es wird uns nicht einfallen, der Religion Israels hierin den Vorzug absprechen zu wollen. Aber wenn der Verfasser von „der Liebe der israelitischen Religion" sagt: sie giebt, was sie hat und behält nichts für sich;" so erklären wir das für eine unverschämte Lüge; und wenn Herr Dr. Ph. diese Behauptung, daß die israelitische Liebe nichts für sich behält, mit seiner Berufung auf Moses begründen will, weil dort geboten ist: „Laß die Ecken deiner Felder stehen für den Bedürftigen und reiche ihm den Zehnten deines Ertrages" — so finden wir darin nicht nur einen klaren Beweis von der schlechten „Meß"--Kunst des Verfassers, sondern auch von einer beispiellosen Unwissenheit eines Rabbiners, der sich einen vr. nennt. Denn wer so zu „messen" versteht, daß „die Ecken der Felder" eben so groß sind und werden wie die Felder selbst, wer „den Zehnten" für gleich bedeutend halten kann mit dem Ganzen, bei wem Zehn gleich ist Hundert, der hat eine Kunst gelernt, um die man ihn nicht zu beneiden braucht. Oder meint Herr Ph. in den Worten: „die Liebe giebt, was sie hat und behält nichts für sich," nur uns Christen eine Weisung zu geben, was wir thun sollen; die Religion Israels aber verlange von ihren Bekennern nur, daß" sie den Zehnten, die Ecken der Felder dem Bedürftigen überlassen sollten? Daß das die ganze Tendenz alles Schreiens und Schreibens der Reformjuden ist, liegt auf der Hand, das ist des Pudels Kern; aber Herr Ph. will seine ungerechten Forderungen in das Gewand