Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 15 (1859)
- Issue
- 6-7 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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89 zum Sabbath macht, des Todes schuldig. Es braucht nicht erst erwähnt zu werden, auch wenn er sich einen Feiertag macht. Das allgemeine Gesetz ist, daß man ihnen nicht gestatte, in ihrer Religion etwas nach eigenem Gutdünken zu erneuern, oder sich auf eigene Hand Gebote zu machen, sondern er werde entweder ein aufrichtiger Proselyt und übernehme alle Gebote, oder bleibe bei seinem Gesetze stehen und füge nichts hinzu, noch nehme er etwas davon weg. Wenn er sich daher mit dem Gesetze beschäftigt, oder den Sabbath feiert, oder sich eine Neuerung erlaubt, so wird er geschlagen, bestraft und ihm angedeutet, daß er des Todeö schuldig sei, aber er wird nicht getödtet. Neth. olam S. 18 Hilchoth melachim c. X. 9. Das ist die rabbinische „Parität der Confessionen!" Doch wir meinen, es seien der Beweise genug, um die so keck behauptete Meinung von Einerlei Recht in der Religion Israels als „tendenziöse Verfälschung" darzustellen. Wir übergehen das übrige Gerede und kommen zu dem dritten Theil „deS Wahrspruches," nämlich zur „Liebe." Nach einersentimentalen Tirade, die also beginnt: „Was die Liebe ist, jene lautere, reine Liebe, welche die erprobte Gattin und den vielbewährten Gatten umfangen hält in allen Nebeln und Gefahren und Mühsalen des Lebens" u. s. w. u. s. w. heißt es: „was sie ist, diese Liebe? Keiner frägt so, denn Niemand weiß es und Jedermann fühlt es, und Niemand mag sie entbehren und für jeglichen Menschen ist sie das Mark des Lebens und der Edelstein des Lebens und die Rose unter den vielen Dornen, und der ewige Stern in der Nacht, und das gewaltige Steuer in brausender Fluth, und der Fels, wenn die Erde bebt, und die Burg und der Hort und die Zuflucht. . . Die Wahrheit forscht, das Recht mißt — aber die Liebe forscht und mißt nicht, sondern giebt, giebt was sie hat; das Recht sondert: das ist dein, dies ist mein, aber die Liebe giebt auch das Mein und behält nichts für sich." Ein Stück unsers christlichen Wahrspruchs hat also doch Gnade vor vr. P h. gefunden; „die Liebe" läßt er uns nicht allein; wenn wir auch nicht „die rechte" haben; wir können nun die unsrige nach der seinigen resprmiren. Seine „Liebe" scheint die Würze für den