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Dibre Emeth · 1859-01-01 · 6-7 (1859) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
15 (1859)
Issue
6-7 (1859)
Date
1859-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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an deinem Bmder nicht wuchern . . . an dem Fremden magst du wuchern, aber nicht an deinem Bruder —? Wenn es mit dem Einerlei Gesetz nach PH. seine Richtigkeit hat, so werden wir doch auch fragen dürfen » warum lehrt denn der Talmud: Wenn die Israeliten die Obergewalt über die Götzendiener ausüben, ist es uns verboten einen von ihnen unter uns zu dulden, selbst wenn er sich nur zufällig und vorübergehend an einem Orte aufhält oderhandelnd von einem Orte zum andern wandert.; Er darf nicht eher unser Land passiren, als bis er die 7 Gebote, die den Kindern Roah's gegeben find, angenommen hat, denn eS heißt in der Schrift: „„laß sie nicht wohnen in deinem Lande," " selbst nicht auf eine kurze Zeit. Neth. olain S. 23 Hilchoth Accum c. X. 5. u. s. w. Sehr naiv spricht die allgemeine Zeitung des Judenthums in einem Artikel: „die preußischen Wähler israelitischer Confesfion" Nr. 22, S. 298, 1858. von „der Parität der Confesstonen." Bisher machte man einen Unterschied zwischen Religion und Confesfion; man sprach wohl von Confesfionen innerhalb des ChristenthumS, von lutherischer, reformirter, allenfalls auch katholischer, griechischer Confesfion; aber nie von einer heidnischen, muhamedanischen, jüdischen, christlichen Confesfion, sondern das waren verschiedene Religionen. Im Jahr 1854 hatte Israel noch eine besondere „Religion" und einen besonderen „Wahrspruch" seiner Religion; 1858 ist das Reformjudenthum uns Christen schon so nahe gekommen, daß es bloß als „Confesston" neben uns steht! das Reformjudenthum, das nicht nur den persönlichen Messias verleugnet, sondern viel weiter geht; das zwar von Monotheismus schwatzt, aber einen lebendigen, persönlichen Gott leugnet und nur einen „Begriff," einen Gedanken, eine „Idee" von Gott und Religion hat. Ist nun eine solche ^Parität" der Confesfionen in Mose und dem alten Testamente gelehrt; wie stimmt denn das bereits Angeführte, oder wie läßt sich den« folgende Lehre deS Talmuds mit dieser „Parität" vereinigen: Ei» Heide,- der sich mit dem Gesetze beschäftigt, ist deS Todes schuldig. Er hat sich nur mit den sieben Geboten zu beschäftigen, dib'ihnW vorgdschrieben sind. Eben so istder Heide, welcher einen Mchetatz häll, wenü dies auch an einem Wochentag ist, und er ihn

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