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Dibre Emeth · 1859-01-01 · 4-5 (1859) · page 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
15 (1859)
Issue
4-5 (1859)
Date
1859-01-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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78 Ausnahme des griechischen, der Sache annahmen und den Katmakam veranlaßten, eine Special-Commission von Bucharest nach Fokschan zu senden, um die ganze Angelegenheit genau zu untersuchen und die Bewegung zu stillen. Die Commission that jedoch nichts Befriedigendes in der Sache, sondern bestätigte vielmehr durch ihr Benehmen die Anklage und half so die Zahl der ungünstigen Parthei zu vermehren. Selbst einer der Minister äußerte sich feindselig, und der Aga, welcher Mitglied der oben erwähnten Commission war, sagte den Juden in Fokschan, „sie möchten dankbar dafür sein, daß sie eine solche Ortöobrigkeit hätten" — ^wahrlich, eine solche, welche den Glauben an ihre Schuld, den Christen das Blut zu entziehen und zu gebrauchen, bestärkte). Auch eine Anzahl von den Regierungsbeamten betheuerten ihren Glauben an die Schuld der Juden, und in Nr. 1 des „Prcdicatorului," des Organs der Geistlichkeit, das in der Ofstcin des Metropolitans gedruckt wird, wurde mitgetheilt, daß man nun deutliche Beweise habe, daß die Juden bei ihren festlichen Gottesdiensten Cbristenblut nöthig hätten; und bei der Regierung ging eine Petition von der christlichen Bevölkerung des wallachischen Fokschan ein, daß die Juden aus dem Orte vertrieben würden. Die Bestürzung der Juden war in Folge dessen groß, und sie forderten mit aller Gewalt eine „unpartheiische Gerichtsbehörde." Kaum war die Regierungs-Commission zurück gekehrt, welche nichts Genügendes, sondern vielmehr gerade das Gegentheil ausgerichtet hatte, als der Verwalter des bischöflichen und klerikalen Eigenthums zu Buseo, ein Herr I. R. —, das gemeine Volk der Stadt bis zu einer beklagenswerthen Ausdehnung gegen die Juden aufregte. Er ließ sich eine Woche lang jeden Abend einen Stuhl vor das große Cassino stellen, und nachdem er eine Anzahl angesehener Einwohner und einige Hundert von der niedern Klaffe und dem Landvolke um sich versammelt hatte, redete er zu ihnen von der Nothwendigkeit und der Gerechtigkeit, das verfluchte Geschlecht der Juden zu vernichten — wobei weder Mann, noch Frau, noch Kind geschont werden dürfe. Die unwissenden und fanatischen Massen werden leicht zum Blutdurst aufgestachelt, während die unschuldigen Juden mit ihren Kleinen, welche vor Furcht zitterten, sich in ihren Wohnungen und Kellern verbergen, jeden Augenblick einen Ausbruch und Angriff erwartend. Mir wurde von einem Augenzeugen, der damals in Buseo zum Besuch war, erzählt, daß die allgemeine Aufregung so groß war, daß eS nur Eines bedurfte, der ein größerer Schurke, als die andern war, um den Anfang zu machen, und es sei jeder Grund vorhanden zu glauben, daß das Ergebniß furchtbar gewesen sein würde. In Jbraila und Bucharest wurden einzelne Juden mißhandelt in Folge der in Fokschan erhobenen Anklage. Unter diesen drohenden Umständen vereinigten sich die einflußreichsten Juden Bucharests und

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