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Dibre Emeth · 1859-01-01 · 4-5 (1859) · page 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
15 (1859)
Issue
4-5 (1859)
Date
1859-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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77 cari (griechischen Glaubens) von der Polizei aufgefordert, seine Meinung abzugeben, obschon er dem benachbarten Fürstenthume angehörte und daher ein fremder Beamte war. Er wich in einigen Punkten von dem anderen Arzte ab, wurde aber nicht von einem höheren Beamten in seiner Meinung unterstützt, der in Folge dessen von der wallachischen Regierung abgeordnet war, um über die Cache Berichr zu erstatten. Man erzählt, daß vr. Lascari zu der Volksmenge, die sich vorher um bas Haus versammelt hatte, beim Heraustrilt aus dem Hause gesagt habe: „Das haben die Juden gethan." Wie dem jedoch immer gewesen sein mag, so viel steht fest, daß nach seinem Besuche die Volksmassen gegen die jüdischen Einwohner entbrannten und einen Kreuzzug gegen sie begannen. Der jüngere Theil der sogenannten christlichen Bevölkerung wurde als Vortrab vorwärts gedrängt, und wo nur immer ein Jude oder eine Jüdin oder ein jüdisches Kind gesehen wurde, dahin strömten sie und mißhandelten sie mit Steinen und Stöcken dermaßen, daß sie genöthigt wurden zu fliehen, um ihr Leben zu retten, und sie erreichten ihre Wohnungen mit zerbrochenen Köpfen und verwundeten Gesichtern, während die Polizei und die Gensdarmen und Andere dem Ganzen zusahen und es sogar ermuthigten. Einem Juden, der sich deswegen bei den Eltern eines Knaben beklagte, wurde mit einem Fluche geantwortet und befohlen fortzugehen mit dem Ausrufe: „Wollen Sie auch etwa eins meiner Kinder stehlen und sein Blut trinken? Frau, wo ist die Art?" und indem er diese schnell ergriff, verfolgte er ihn, um ihn niederzuhauen. Dr. Weiner mußte mehrere Tage von der Erfüllung seiner Pflichten abstehen und vier Juden wurden in Folge der Anklage von Seiten des Volks, daß sie „an der Ermordung des Kindes und an der Entziehung seines Bluts zu dem Zwecke, es bei ihren religiösen Gottesdiensten zu gebrauchen," Mitschuldige seien, ins Gefängniß geworfen, und von dreien wurden die Füße in einen langen Holzblock eingeschlossen, so daß sie zwei Nächte und einen Tag weder stehen noch liegen konnten. Dies waren der Schächter Salomon, der Fleischer Alter, der Zimmermann Nathan und der Zolleinnehmer Joseph, welche nahe an dem Stadtthore wohnen, das zu dem Felde führt. Auch wurde vorgeschlagen, daß der Rabbiner sestgenommen würde. Die Juden wurden von einem panischen Schrecken ergriffen und verbargen sich in ihren Häusern, während die wallachischen und moldauischen Griechen Wuth und Vertilgung gegen sie schnaubten. Sobald jedoch die Häupter der Juden in Bucharest durch eine telegraphische Nachricht von dem Stande der Dinge in Kenntniß gesetzt worden waren, trafen sie sogleich die nöthigen Vorkehrungen und suchten die Dazwischenkunst der Consuln nach, welche sich alle, mit

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