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Dibre Emeth · 1859-01-01 · 4-5 (1859) · page 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
15 (1859)
Issue
4-5 (1859)
Date
1859-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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68 liebe aus. Rach diesem Grundsätze, meint er, müsse es auch nur „Ein Recht für Alle" geben, oder was dem Einen recht ist, ist dem Andern billig. Der Herr Dr. hat uns eben mit Verachtung an unsre ungerechten „Gesetzbücher," an unsre Rohheit erinnert, da Gewalt für Recht gilt; aber er ist dennoch ein lieber Bruder mit unS; wir thun ihm wohl Unrecht, aber er athmet nur Freundlichkeit und will nur auf ganz gleichem Fuße mit uns stehen. Er giebt uns, was uns zukommt, und billig ist es also, daß wir ihm auch nicht vorenthalten, was er begehrt, wenn es mitunter auch ein Bischen Viel wäre. Zum Beweise, daß die Ansicht und Theorie des Verfassers von Recht auch guten Grund habe, beruft er sich auf „die heilige Schrift;" denn er sagt: „„Ein Recht für Alle"" „rufet die heilige Schrift aus." Und nicht bloß in diesem Aufsatz begegnen wir dieser Beweisstelle, sondern bei jeder Gelegenheit, wenn die Allgemeine Zeitung des Judcnthums oder ein Reformjude auf die so sehnsuchtsvoll begehrte Emancipation zu sprechen kommt, heißt es immer: die heilige Schrift sagt und lehrt: Ein Recht für Alle! Das soll nun heißen, alle Menschen, die in Einem Lande wohnen, Einem Staate angehören, Einem Könige ober Kaiser unterthan sind, müssen auch Alle ganz gleiches Recht genießen; in einem christlichen Staate darf kein Christ irgend einen Vorzug, irgend ein Vorrecht genießen, das dem Juden, dem Heiden, dem Türken versagt werde; der christliche Staat darf sich seine Gesetze als solcher nicht geben und machen, sondern die Juden und Türken und Heiden müssen sich mitbetheiligen, damit die Christen nicht etwa Gesetze beschließen und einführen, die den Nicht-Christen nicht gleichen Vorthcil brächten; aus den christlichen Schulen soll und muß das „specifisch christliche Princip abgewiesen" werden, denn man hat schon lange „alle Vortheile entwickelt, die den Israeliten daraus erwachsen würden" u. s. w. u. s. w. was eben Alles in das Reich der Emancipation, der völligen Gleichberechtigung kommt. Das meint die Judenzeitung unter dem Ausdruck: „Ein Recht für Alle," das ist der Wahrspruch der israelitischen Religion, die Dr. PH. lehrt. Aber dies soll auch die Lehre der heiligen Schrift sein, das soll auch die Sitte und der Brauch in Israel gewesen sein, so

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