Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 15 (1859)
- Issue
- 4-5 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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6s er nun, das wirst du als wahr erkennen und empfinden, „denndie Wahrheit ist es." Da ist nun mit einem Male Alles zu Wahrheit geworden. Wo bleibt nun aber die frühere Weisung: Diese drei Stimmen, Verstand, Herz und Geschichte laß sprechen, worin sie Zusammentreffen,, das ist die Wahrheit Gottes, Alles Andere aber ist nicht die Wahrheit? Dies „Alles Andere aber," was „nicht die Wahrheit ist" wird wohl in dem Ueberlieferten ein bedeutend größeres Quantum sein, als das, was Wahrheit ist. Wenigstens kann nachvr.Ph's Theorie nie erwartet werden, daß irgend welche Menschen zu einer Uebereinstimmung kommen werden in dem, was wirklich Wahrheit ist. Der Eine wird das, der Andere dies für Wahrheit halten, und was dem Einen „wahr erscheint," wird dem Andern Lüge sein; ja, was einem und demselben Menschen heute „wahr erscheint" wird er morgen für Lüge erklären; denn die Vernunft erkennt ja nicht immer dasselbe .als Wahrheit an, wie das Resormjudenthum schon in seinem Namen und noch mehr mit der That beweist, vr. PH's Verstand „zersetzt und grübelt mit seinen Sophismen" auf diese, rin anderer vr. und Rabbiner wieder aufseine Weise; den Einen „leitet sein Herz" vermöge der „Leidenschaften" desselben hier, den Andxrn dort irre; der Eine hat eine solche „Geschichte" seines Geistes, der Andere eine andere; der Eine ist von Haus ein frommer, bigotter Jude gewesen, ein Anderer ist von Kindheit an im Resormjudenthum erzogen. Wo wird also der prüfende Verstand, das fühlende. Herz und die Geschichte, wo werden diese drei Factoren des menschlichen Geistes auch nur einer kleinen Anzahl von Juden gleichmäßig Zusammenkommen? Aber ein Jeder sucht für sich nach Wahrheit, ein Jeder mit seinen Factoren, und da bleibt es denn dabei, wie wir schon oft erwähnt haben,,was der Prophet Jesaias 53, 6 sagt: Wir gehen Alle in der Irre, wie Schafe, ein Jeglicher sieht auf seinen Weg. So hört man es auch heute oft genug aus dem Munde der aufgeklärten Juden: ich habe meine eigene Religion, meine eigenen Grundsätze und Ansichten. Aber Wahrheit? Wenn es nur wahr erscheint. Wenn wir uns denn auch mit einem sehr bescheidenen Maß von „Ueberliefertem" begnügen möchten, wenn es selbst