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Dibre Emeth · 1859-01-01 · 4-5 (1859) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
15 (1859)
Issue
4-5 (1859)
Date
1859-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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60 hingewiesen werden. Bekanntlich behauptet das rabbinische Judenthum die Lehre von einem geschriebenen und von einem mündlich überlieferten Gesetz; jenes ist das Gesetz Mosts, dieses die sogenannte Mischnah, aus welcher derTalmud entstanden ist. Während jenes unbezweifelt göttlichen Ursprunges ist, beruht das letztere nur auf den Einfällen und Erfindungen der Rabbinen; während das Gesetz Mosts in sich selbst den Stempel und Beweis der Göttlichkeit und somit der Wahrheit trägt, liefert das mündliche Gesetz die klarsten und unwidersprechlichsten Beweise des rein menschlichen, sündlichen Ursprunges, vr. PH. würde und müßte sich schämen, wenn er das sogenannte mündliche Gesetz in seinem ganzen Umfange für ein göttliches erklären und anerkennen wollte. Er hat aber auch nicht den Muth dasselbe für eine rein rabbinische Erfindung zu erklären. Es bleibt ihm daher nichts Anderes übrig, als auf der einen Seite das sogenannte mündlich überlieferte Gesetz, das in seinem eigentlichen Charakter und Princip, in seiner ganzen Tendenz ein schmähliches Lügensystem ist, für eine göttliche Ueberlieferung und auf der andern Seite das wahrhaft göttliche Gesetz für Menschenwerk zu erklären. Indem er aber dem mündlichen Gesetz eine göttliche Ueberlieferung zuschreibt, dagegen in dem von Gott gegebenen mosaischen Gesetz menschliche Zuthat enthalten sein läßt, hat er beide zu ganz gleichen Werken gemacht, beide find ihm imeinem gewissen Sinne göttliche und beide find ihm zugleich ganz menschliche Werke. Insofern sie göttlich sind, enthalten beide ein Mehr oder Weniger von Wahrheit, insofern sie aber menschlich sind, enthalten beide auch mehr oder weniger Unwahrheit. Die Bibel ist ihm nicht als solche Wort Gottes und Wahrheit, sondern es findet sich nur neben Unwahrem auch Wahres; Einiges in Moses und vielleicht auch in den Propheten wird sich bei der Prüfung als Wort und Wahrheit Gottes kund geben, Anderes aber die Probe nicht bestehen. Es kommt nun darauf an, die Wahrheit herauszufinden. Anders können wir uns die Sache nicht denken. Wir kommen demnach hier wieder zu demselben Resultat, wie bereits oben, daß nämlich vr. PH. das göttliche Ansehen der heiligen Schrift nicht anerkennt. Denn wäre ihm das Alte Te-

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